Ein Steinkauzweibchen aus dem Zoo Neuwied hat eine besondere Mission: In Ostfriesland soll die kleine Eule helfen, ihre Art wieder dauerhaft anzusiedeln. Das Artenschutzprojekt zeigt bereits erste Erfolge.

Neuwied |

Ein junger Steinkauz aus dem Zoo Neuwied ist Anfang der Woche nach Ostfriesland umgezogen. Dort soll das Weibchen Teil eines Wiederansiedlungsprojekts der Jägerschaft Aurich werden. Ziel ist es, die kleine Eulenart, die in der Region jahrzehntelang verschwunden war, wieder dauerhaft heimisch zu machen. Für den Zoo Neuwied ist es bereits der neunte Steinkauz, der seit Beginn der Zusammenarbeit vor vier Jahren nach Aurich abgegeben wurde.

Artenschutz zeigt erste Erfolge

Das 2022 gestartete Projekt kann bereits beachtliche Erfolge vorweisen. Insgesamt wurden bislang 53 Steinkäuze ausgewildert. Nachdem 2024 erstmals drei Bruten in freier Wildbahn nachgewiesen wurden, kamen 2025 bei sechs erfolgreichen Bruten insgesamt 16 Jungvögel zur Welt.

Obwohl der Steinkauz weltweit als nicht gefährdet gilt, sind seine Bestände in Mitteleuropa vielerorts stark zurückgegangen. Neben der gezielten Nachzucht setzen die Projektverantwortlichen deshalb auf neue Lebensräume. Streuobstwiesen und Blühflächen bieten den Eulen geeignete Brutplätze und ausreichend Nahrung.

Nachwuchs im Zoo weiterhin möglich

Für den Zoo Neuwied ist die Beteiligung ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Durch die Nachzucht bedrohter oder regional verschwundener Arten können Zoos helfen, neue Populationen in freier Wildbahn aufzubauen.

Während das junge Weibchen in Ostfriesland hoffentlich bald selbst für Nachwuchs sorgt, bleiben seine Elterntiere im Zoo Neuwied. Mit etwas Glück schlüpfen dort bereits im kommenden Jahr weitere Steinkäuze, die eines Tages ebenfalls zur Wiederansiedlung beitragen könnten.