Die Diskussion um das Abschlussfeuerwerk bei Rhein in Flammen in Koblenz nimmt wenige Tage vor der Veranstaltung erneut Fahrt auf. Die Koblenzer Grünen wollen das Höhenfeuerwerk wegen Trockenheit und Brandgefahr kurzfristig stoppen. Die Veranstalter halten bislang an ihren Plänen fest.

Koblenz |

Auch in diesem Jahr wird in Koblenz über das traditionelle Abschlussfeuerwerk bei Rhein in Flammen diskutiert. Wie der SWR berichtet, haben die Koblenzer Grünen am Wochenende eine Online-Petition gestartet. Ihr Ziel ist es, das für Samstag geplante Höhenfeuerwerk an der Festung Ehrenbreitstein noch zu verhindern.

Zur Begründung verweist die Partei auf die Folgen des Klimawandels und die derzeit ausgeprägte Trockenperiode in Rheinland-Pfalz. Der Deutsche Wetterdienst warne vor einer erhöhten Brandgefahr. Gleichzeitig führten Rhein und Mosel außergewöhnlich wenig Wasser, während vielerorts bereits zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen werde.

Aus Sicht der Grünen sei ein großes Höhenfeuerwerk unter diesen Bedingungen nicht verantwortbar. Bereits einen Tag nach dem Start hatten mehr als 500 Menschen die Petition unterschrieben. Rund die Hälfte der Unterstützer stammt nach Angaben der Partei aus Koblenz.

Nature One sagt Feuerwerk ab

In der Petition verweisen die Initiatoren auch auf andere Großveranstaltungen, die auf die anhaltende Trockenheit reagiert haben. So wurde beim Festival Nature One auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna das traditionelle Abschlussfeuerwerk kurzfristig abgesagt. Mit modernen Drohnenshows gebe es zudem attraktive Alternativen zu klassischen Feuerwerken.

Die Koblenz-Touristik GmbH hält bislang jedoch an ihrem Konzept für Rhein in Flammen fest. Erstmals sind in diesem Jahr neben dem Höhenfeuerwerk zwei Drohnenshows vorgesehen. Die erste soll am Freitag im Rahmen der 90er-Jahre-Party am Deutschen Eck stattfinden, die zweite am Samstag. Beide Shows beginnen jeweils um 23 Uhr.

Am Samstag soll die Drohnenshow unmittelbar in das Höhenfeuerwerk an der Festung Ehrenbreitstein übergehen. Nach Angaben der Veranstalter dauern beide Programmpunkte zusammen rund 30 Minuten.

Dass Trockenheit Auswirkungen auf Rhein in Flammen haben kann, zeigte sich bereits 2022. Damals kündigten die Veranstalter an, bei Bedarf einzelne Abschussorte zu verlegen. Zudem ließ die Stadt Koblenz betroffene Flächen vorsorglich bewässern. Zahlreiche Einsatzkräfte standen bereit, um bei möglichen Bränden schnell reagieren zu können.

Nach Angaben der Koblenz-Touristik gehören solche Sicherheitsmaßnahmen inzwischen zum Standard und sind auch in diesem Jahr vorgesehen. Den Bereich an der felsigen Hanglage der Festung Ehrenbreitstein, von dem aus das Hauptfeuerwerk gezündet wird, bewerten die Verantwortlichen mit Blick auf die Brandgefahr als vergleichsweise unkritisch.

Niedrigwasser stoppt Schiffskonvoi

Bereits abgesagt wurde dagegen der traditionelle Schiffskonvoi zwischen Boppard und Koblenz. Grund ist das anhaltende Niedrigwasser im Rhein. Nach Angaben der Koblenz-Touristik gehen die aktuellen Prognosen für Samstag, 8. August, am Pegel Koblenz von einem historischen Niedrigwasserstand aus.

Eine ähnliche Situation hatte es bereits 2022 gegeben. Auch damals musste der Schiffskonvoi wegen des niedrigen Wasserstands ausfallen.

Statt gemeinsam von Boppard nach Koblenz zu fahren, sollen sich die Fahrgastschiffe diesmal vor der Festung Ehrenbreitstein sammeln. Für die Durchführung von Rhein in Flammen wird der Rhein am Samstag zwischen 21.30 Uhr und Mitternacht für den Schiffsverkehr gesperrt.