Die private Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) in Koblenz steht vor einer existenziellen Herausforderung. Nach eigenen Angaben fehlen 400.000 Euro, um den Hochschulbetrieb im kommenden Sommersemester aufrechtzuerhalten. Um die Summe in kurzer Zeit zusammenzubringen, hat die Einrichtung die Spendenkampagne „Gemeinsam die Brücke zur nächsten Gesellschaft bauen“ gestartet.
Die Aktion läuft nur bis zum 22. März. Geplant ist, symbolisch 500 „Brückensteine“ zu je 800 Euro zu verkaufen. Nach Angaben der Hochschule ist jedoch jeder Beitrag willkommen. Sollte das Spendenziel verfehlt werden, sollen Spenden ab 50 Euro zurückerstattet werden. Mit dem Geld will die HfGG ihre laufende Transformationsphase absichern und die weitere institutionelle Entwicklung vorbereiten.
Rücktritt der Präsidentin verschärft die Lage
Die finanzielle Schieflage steht eng mit dem personellen Umbruch an der Spitze der Hochschule in Verbindung. Laut HfGG werden derzeit rund 80 Prozent des Hochschulbudgets durch die „unternehmerische Verantwortung der Präsidentin“ getragen. Deren krankheitsbedingter Rückzug reißt deshalb eine erhebliche Lücke in die Finanzierung.
Bereits am 27. Februar hatte die Hochschule mitgeteilt, dass Prof. Dr. Silja Graupe ihr Amt zu Beginn des Sommersemesters aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig niederlegen wird. Graupe gilt seit der Gründung im Jahr 2014 als prägende Figur der HfGG. Sie habe die inhaltliche Ausrichtung und den Geist der Hochschule maßgeblich mitgestaltet. Als Professorin soll sie der Hochschule in Lehre und Forschung weiterhin erhalten bleiben.
Spendenkampagne soll Fortbestand sichern
Für die Nachfolge im Präsidentenamt hat der Senat der Hochschule bereits eine Findungskommission eingesetzt. Als möglicher Kandidat gilt Prof. Dr. Lars Hochmann, der laut Hochschule seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Amtes signalisiert hat.
Die Leitung der entscheidenden Spendenkampagne übernimmt jedoch noch einmal die scheidende Präsidentin selbst. Für Silja Graupe ist es damit die letzte große Aufgabe an der Spitze der Hochschule. Ziel ist es, den Fortbestand eines Bildungsortes zu sichern, der sich nach eigenem Verständnis der Ausbildung von Menschen widmet, die Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen übernehmen und an einer nachhaltigen, solidarischen und demokratischen Gesellschaft mitwirken wollen.
Weitere Informationen zur Spendenkampagne gibt es unter hfgg.de/brueckenbau.
