Bei Sanierungsarbeiten im Dachbereich des Alten Rathauses in Lahnstein stoßen Handwerker auf eine ungewöhnliche Hinterlassenschaft aus dem Jahr 1978 – mit Zeitung, Fischresten und rätselhaften Spuren vergangener Zeiten.

Lahnstein |

Verborgene Botschaft aus dem Jahr 1978

Sanierungen in historischen Gebäuden bringen immer wieder Überraschungen ans Licht. So auch im Alten Rathaus in Lahnstein: Hinter einer Wandverkleidung im Bereich des Dachbodenzugangs entdeckten Arbeiter eine kleine Zeitkapsel, die dort offenbar vor fast fünf Jahrzehnten verborgen wurde.

Zum Vorschein kam eine gut erhaltene Ausgabe des Rhein Lahn Kuriers aus dem Januar 1978. Besonders auffällig sind die handschriftlichen Unterschriften mehrerer Personen auf der Zeitung. Es liegt nahe, dass damalige Mitarbeiter des städtischen Bauhofs ihre Spuren hinterlassen haben. Ergänzt wurde der Fund durch ungewöhnliche Beigaben: ein halbierter getrockneter Fisch sowie das Gebiss eines vermutlich räuberischen Fisches.

Ritual, Aberglaube oder Scherz?

Ob die Gegenstände bewusst als Schutz vor Unheil deponiert wurden oder eher als humorvolle Botschaft für zukünftige Generationen gedacht waren, bleibt offen. Historisch ist bekannt, dass in früheren Zeiten immer wieder Objekte in Wänden versteckt wurden, um Gebäude symbolisch zu schützen.

Die Fundstücke wurden unmittelbar gesichert und werden nun dem Stadtarchiv Lahnstein übergeben. Dort sollen sie dauerhaft aufbewahrt werden und künftig ein ungewöhnliches Kapitel der Baugeschichte des Alten Rathauses dokumentieren.