Seit mehr als einem Jahr dürfen Radfahrer an sechs Neuwieder Ampeln trotz Rotlicht rechts abbiegen. Die erste Unfallbilanz fällt eindeutig aus: Kein Unfall steht im Zusammenhang mit der neuen Regelung.

Neuwied |

Als die Stadt Neuwied Ende April 2025 an sechs Ampelanlagen spezielle grüne Pfeile für Radfahrer einführte, sorgte die Entscheidung für intensive Diskussionen. Vor allem in den sozialen Medien befürchteten viele Bürger gefährliche Situationen und eine steigende Zahl von Verkehrsunfällen.

Die Stadt kündigte deshalb an, die Entwicklung genau zu beobachten und die Regelung bei Sicherheitsproblemen wieder zurückzunehmen. Mehr als ein Jahr später liegt nun eine erste Auswertung des Ordnungsamtes vor.

Kein Unfall durch die neue Regelung

Nach Angaben der Stadt wurde an den betroffenen Kreuzungen kein einziger Unfall registriert, der mit den grünen Pfeilen für den Radverkehr in Verbindung steht.

„Wir haben die kritischen Stimmen ernst genommen und von Anfang an versprochen, die Auswirkungen genau zu beobachten. Umso mehr freut es uns, dass sich die sorgfältige Auswahl der Standorte bestätigt hat“, erklärt der Neuwieder Beigeordnete Ralf Seemann.

Die Schilder wurden nach Angaben der Verwaltung ausschließlich an Ampeln angebracht, an denen die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung erfüllt sind und ein sicheres Rechtsabbiegen möglich ist.

Anhalten bleibt Pflicht

Der grüne Pfeil erlaubt Radfahrern zwar das Rechtsabbiegen bei Rot, ersetzt aber nicht die vorgeschriebene Vorsicht. Radfahrer müssen zunächst vollständig anhalten und prüfen, ob Fußgänger, andere Radfahrer oder Fahrzeuge gefährdet werden könnten. Erst danach dürfen sie abbiegen.

Die erste Bilanz zeigt nach Einschätzung der Stadt, dass die Regelung den Radverkehr erleichtert, ohne die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen. Die Entwicklung soll dennoch weiter beobachtet werden.

Seemann appelliert zudem an alle Verkehrsteilnehmer, aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein: „Sicherheit entsteht nur durch gegenseitige Rücksichtnahme.“