An der Neuwieder Deichkrone ist es derzeit noch ruhig. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Sanierung jedoch auf Hochtouren. Externe Architekten, Ingenieure und Statiker verstärken nun das städtische Projektteam.

Neuwied |

Bis die eigentlichen Bauarbeiten an der Deichkrone beginnen, wird noch etwas Zeit vergehen. Seit dem jüngsten Stadtratsbeschluss Ende vergangenen Jahres hat die Stadt Neuwied jedoch weitere wichtige Schritte eingeleitet, um das denkmalgeschützte Bauwerk zu revitalisieren und für eine neue Nutzung vorzubereiten.

Inzwischen hat sich ein ämterübergreifendes Projektteam gebildet. Beteiligt sind Vertreter des Immobilienmanagements, des Stadtmarketings, des Klimaschutzmanagements und des Deichamtes der Servicebetriebe Neuwied. Auch die Ausschreibung für die bauliche Planung ist abgeschlossen. Damit steht nun fest, welche externen Fachbüros die Stadt bei dem anspruchsvollen Vorhaben unterstützen.

Planung wird immer konkreter

Die Rittmannsperger Architekten, das Alhäuser + König Ingenieurbüro sowie die Statiker von Imagine Structure bringen künftig ihre Expertise ein. Die weiteren Planungen erfolgen in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

„Gemeinsam mit den Fachleuten setzen wir uns unter anderem wöchentlich zusammen, um das Projekt schnellstmöglich voranzubringen“, erklärt Projektleiterin Günsel Hübner-Afacan vom Amt für Immobilienmanagement.

Parallel zur baulichen Planung treibt die Stadt auch die Entwicklung des künftigen Museums voran. Derzeit läuft eine weitere Ausschreibung. Gesucht wird ein Partner, der gemeinsam mit der Stadt ein attraktives und interaktives Besuchererlebnis entwickelt.

„Unser Ziel ist es, einen kompetenten Partner zu gewinnen, der mit uns die neue Nutzung der Deichkrone gestaltet“, sagt Fabian Kochmann vom Stadtmarketing, der das Museumskonzept koordiniert.

Bauantrag soll Ende 2026 folgen

Bevor die Sanierungsarbeiten starten können, müssen zunächst umfangreiche Grundlagen ermittelt werden. Die Deichkrone und ihre Baugeschichte werden deshalb detailliert untersucht. Ziel ist es, das Gebäude wieder stärker an seinen historischen Originalzustand anzunähern.

Auch der statische Zustand des Bauwerks wird genau geprüft. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fließen anschließend in den konkreten Entwurf ein. Nach Angaben der Projektleitung soll der Bauantrag gegen Ende des Jahres 2026 gestellt werden. Die Ausschreibungen für die Bauarbeiten und der eigentliche Baustart könnten dann im kommenden Jahr folgen.

Die Deichkrone wurde vor fast 100 Jahren als Café geplant, um die Stadt trotz des schützenden Deiches stärker mit dem Rhein zu verbinden. Das Bauwerk entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel, steht inzwischen aber seit mehr als zehn Jahren leer.

Im Januar 2025 erhielt die Stadt Neuwied eine Förderung von 4,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Voraussetzung für die Förderung ist, dass nach der Sanierung ein modernes Museum entsteht. Die interaktive Erlebniswelt soll sich mit Klima- und Hochwasserschutz beschäftigen.

Auch bei der Sanierung selbst spielt der Klimaschutz eine wichtige Rolle. Das Gebäude soll klimagerecht instand gesetzt, die historische Fassade geschützt und die Statik ertüchtigt werden. Zudem ist vorgesehen, die Seitenflügel nach historischem Vorbild wieder aufzubauen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Barrierefreiheit. Neben barrierefrei gestalteten Innenräumen soll eine neue stufenlose Verbindung zwischen der nördlichen und südlichen Promenade auf der Deichmauer entstehen. Außerdem soll die Deichkrone künftig mit einem Aufzug erreichbar sein.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.neuwied.de/deichkrone.