Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein macht sich immer stärker im Fährverkehr bemerkbar. Besonders im Mittelrheintal sind die Autofähren von großer Bedeutung, da es zwischen Mainz und Koblenz keine feste Rheinbrücke gibt. Inzwischen müssen mehrere Betreiber ihren Betrieb einschränken.
Die Fähre zwischen Lorch und Niederheimbach ist nach Angaben der FRS Fähre Loreley GmbH bereits außer Betrieb. Auch auf der Verbindung zwischen St. Goar und St. Goarshausen gibt es Einschränkungen. Dort dürfen derzeit nur noch Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von maximal 7,5 Tonnen befördert werden.
Kauber Fähre passt sich an niedrigen Pegel an
In Kaub haben die Betreiber auf den sinkenden Wasserstand reagiert und die Antriebe der Fähre höher gesetzt. Dadurch benötigt das Schiff weniger Tiefgang. Nach Angaben der Fährgemeinschaft kann der Betrieb auf diese Weise bis zu einem Pegelstand von etwa 15 Zentimetern in Kaub aufrechterhalten werden.
Bei weniger als 35 Zentimetern können allerdings auch mit dem angepassten Antrieb keine Fahrzeuge über 3,5 Tonnen mehr transportiert werden. Zudem finden dann lediglich sieben bis acht Pkw pro Überfahrt Platz, sodass längere Wartezeiten möglich sind. Am Montagnachmittag zeigte der Pegel Kaub nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung 28 Zentimeter.
Auch die Fähre zwischen Linz und Remagen kann aktuell nur Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen mitnehmen. Etwas günstiger ist die Situation zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen. Dort verfügt die eingesetzte Fähre über einen im Schiffskörper liegenden Antrieb und benötigt dadurch weniger Tiefgang.
Zusätzlich stehen spezielle Flachwasser-Anlegestellen zur Verfügung, die nach dem extremen Niedrigwasser im Jahr 2018 errichtet wurden.
Auch Fahrgastschiffe müssen reagieren
Nicht nur Autofähren sind von den niedrigen Wasserständen betroffen. Auch die Fahrgastschifffahrt hat mit Einschränkungen zu kämpfen. Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH hat ihre Linienfahrten zwischen Koblenz und Mainz derzeit eingestellt. Von Mainz aus werden aktuell lediglich Rundfahrten und Abendfahrten angeboten.
Für die Reedereien spielt der Tiefgang deshalb auch beim Bau neuer Schiffe eine immer wichtigere Rolle. Bei der 2022 in Betrieb genommenen „RheinGalaxie“ wurde beispielsweise darauf geachtet, möglichst wenig Tiefgang zu benötigen. Gleichzeitig dürfen die Schiffe aber auch nicht zu hoch gebaut werden, da bei Hochwasser weiterhin die Durchfahrt unter Brücken möglich sein muss.
