Farbenfroher Zuwachs in Zoo Neuwied: Mit Rotschulterenten und Roten Sichlern bereichern gleich zwei neue Vogelarten die Anlage – und bieten Besuchern spannende Einblicke in Verhalten und Entwicklung exotischer Tiere.

Neuwied |

Neue Enten mit Charakter und Klettertalent

Gleich doppelt freut sich der Zoo Neuwied über tierischen Nachwuchs: Zwei Rotschulterenten sind kürzlich in die Anlage gegenüber der Löwen, neben den Capybaras, eingezogen. Das Geschwisterpärchen stammt aus der Stuttgarter Wilhelma und wurde dort im Jahr 2025 geboren. In ihrer südamerikanischen Heimat leben die Tiere paarweise an Gewässern – ein Verhalten, das sie auch im Zoo beibehalten.

Optisch zeigt sich vor allem das Männchen als echter Blickfang: rotbraune Schultern und eine rosafarbene, gepunktete Brust heben es deutlich vom schlichter gefärbten Weibchen ab. Doch nicht nur ihr Aussehen macht die Enten besonders. Sie gelten als geschickte Kletterer und ruhen häufig auf Ästen. Selbst zur Brut ziehen sie sich in Baumhöhlen zurück, wo das Weibchen sechs bis zwölf Eier ausbrütet. Nach dem Schlupf übernimmt auch der Erpel Verantwortung – ein Zeichen ihrer engen, oft lebenslangen Paarbindung.

Rote Sichler: Farbe entwickelt sich mit der Zeit

Auch bei den Roten Sichlern – auch bekannt als Roter Ibis – gibt es spannende Entwicklungen zu beobachten. Vier Tiere sind neu im Zoo: zwei Weibchen aus dem NaturZoo Rheine sowie zwei Männchen aus dem Zoo Landau. Während eines der Tiere bereits das charakteristische leuchtende Rot zeigt, tragen die anderen noch das typische braune Jugendkleid.

Die intensive Färbung entsteht erst im Laufe der Zeit und ist eng an die Ernährung gekoppelt. Farbpigmente aus Krebstieren lagern sich während des Federwachstums ein – im Zoo wird dieser Prozess durch carotinhaltiges Futter unterstützt. Erst nach zwei bis drei Jahren, mit Eintritt der Geschlechtsreife, erstrahlen die Vögel in ihrem vollen Rot.

Unverwechselbar ist zudem ihr langer, sichelförmig gebogener Schnabel, mit dem sie im Schlamm gezielt nach Nahrung suchen. In freier Wildbahn leben die Tiere in den Feuchtgebieten der Karibik und Nord-Südamerikas, wo sie gesellig in Kolonien brüten.

Für Tierpfleger Jonas Feinkohl steht fest: „Die neuen Arten sind eine echte Bereicherung – nicht nur optisch. Besonders spannend ist es, die Entwicklung der Rotfärbung bei den Sichlern live mitzuerleben.“