Am Samstagvormittag zeigte sich, dass auch im ländlichen Raum der Widerstand gegen rechtspopulistische Strömungen wächst: Ein Informationsstand des AfD-Kreisverbandes Mayen-Koblenz in Ettringen wurde von einem stillen, aber deutlichen Protest begleitet.

Etrringen |

Während Vertreter der Partei versuchten, mit Flyern und Gesprächen Boden gut zu machen, stellten sich mehrere Bürgerinnen und Bürger demonstrativ dagegen – leise, aber unmissverständlich.

Mit Plakaten wie „Kein Platz für Hass“ und „Nein zu Intoleranz und Hetze“ positionierten sich die Teilnehmenden klar gegen das politische Angebot der AfD. Der Protest verlief friedlich und blieb im Rahmen des Versammlungsrechts, wurde jedoch von Anwohnern und Passanten aufmerksam wahrgenommen. Mehrere äußerten sich kritisch über die Präsenz der Partei im Ortskern. „Die AfD versucht, sich bürgerlich zu geben – aber ihre Inhalte bleiben ausgrenzend und gefährlich“, sagte eine Anwohnerin.

Die AfD selbst war mit Verantwortlichen vor Ort, unter anderem MdL Dr. Jan Bollinger bemühte sich um Gespräche – stieß jedoch erkennbar auf Zurückhaltung. 

Vielerorts wird die Strategie der Partei, gezielt kleinere Orte aufzusuchen, als Versuch gewertet, dort Fuß zu fassen, wo politische Gegenwehr oft schwächer erscheint. Doch der Vormittag in Ettringen zeigt: Auch auf dem Land regt sich Widerstand – ruhig, aber bestimmt.

Hintergrund: Die AfD ist nicht erst seit ihrem bundesweiten Höhenflug Gegenstand gesellschaftlicher Debatten. Kritiker werfen ihr demokratiefeindliche Tendenzen, Geschichtsverharmlosung und rassistische Rhetorik vor. Auch im Landkreis Mayen-Koblenz war die Partei in der Vergangenheit immer wieder durch provokative Aussagen und umstrittene Veranstaltungen aufgefallen.

Dass der Protest zahlreicher Bürger innen und Bürger,in Ettringen bewusst ohne Lautstärke, aber mit Haltung stattfand, war ein politisches Statement: gegen Normalisierung rechter Parolen und für ein demokratisches Miteinander. Ein leiser, aber klarer Weckruf.