Die Kriminalität im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz ist 2025 deutlich zurückgegangen, gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf den höchsten Stand seit fünf Jahren. Dennoch sieht die Polizei Handlungsbedarf – vor allem bei Wohnungseinbrüchen und Bedrohungen im Internet.

Koblenz |

Das Polizeipräsidium Koblenz hat am Dienstag die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 vorgestellt – und zieht insgesamt eine positive Bilanz. Im vergangenen Jahr wurden im Zuständigkeitsbereich, der vom Westerwald bis nach Koblenz reicht, 61.992 Straftaten registriert. Das sind rund 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 64,7 Prozent und erreichte damit den besten Wert der vergangenen fünf Jahre.

Polizeipräsident Jürgen Süs sprach von einer insgesamt sicheren Region. Die Zahlen belegten, dass die Polizei wirksam arbeite und die Sicherheitslage „fühl- und messbar“ verbessert habe.

Deutlicher Rückgang bei Gewalt und Drogenkriminalität

Besonders stark gesunken ist die Gewalt im öffentlichen Raum: Hier verzeichnet die Statistik einen Rückgang um mehr als ein Drittel. Auch Sachbeschädigungen auf Straßen und Plätzen, darunter Graffiti, gingen deutlich zurück. In diesem Bereich registrierte die Polizei ein Minus von 41,4 Prozent. Als einen Grund nennt sie das Koblenzer Konzept „Saubere, sichere Stadt“.

Auch bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und im Bereich der Rauschgiftkriminalität wurden weniger Fälle erfasst. Letzteres dürfte nach Einschätzung der Polizei auch mit dem neuen Cannabisgesetz zusammenhängen.

Ein besonders einschneidendes Ereignis des Jahres war der Dreifachmord von Weitefeld im Westerwald am 6. April 2025. Insgesamt wurden 27 „Straftaten gegen das Leben“ registriert. Die Aufklärungsquote lag hier bei 96,3 Prozent.

Mehr Wohnungseinbrüche und Bedrohungen über soziale Medien

Trotz des insgesamt positiven Trends sieht die Polizei auch Anlass zur Sorge. So stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche 2025 auf 825 Fälle – ein Plus von 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gerade solche Delikte wirkten sich stark auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung aus, betonte Süs. Neu hinzu kamen außerdem Einbrüche in Solarparks. Davon wurden 26 Fälle registriert. Nach Angaben der Polizei wurden gemeinsam mit Betreibern bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Ebenfalls zugenommen haben Bedrohungsdelikte. Ihre Zahl stieg um 8,1 Prozent auf 3.198 Fälle. Die Polizei führt diese Entwicklung zum einen auf eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2021 zurück, durch die auch niedrigschwelligere Drohungen strafbar geworden sind. Zum anderen verlagerten sich viele Taten zunehmend ins Internet. Vor allem in sozialen Netzwerken sinke durch die vermeintliche Anonymität die Hemmschwelle, andere zu bedrohen.