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24-Stunden-Rennen: Jürgen und Achim Nett feiern Zielankunft und vierten Platz

Jürgen und Achim Nett im Cupra TCR beim legendären 24h-Rennen am Nürburgring. (Foto: Patrick Funk)


Als der Cupra TCR von mathilda racing die Ziellinie überquert, ist die Freude groß: Die Ankunft bei der 50. Auflage des ADAC TotalEnergies 24h-Rennen auf dem Nürburgring fühlt sich wie ein Sieg an, auch wenn es schlussendlich „nur“ zum vierten Platz in der TCR-Klasse reichte. Im Gesamtklassement belegte das Mayener Brüder-Paar Jürgen und Achim Nett mit ihrem Team mathilda racing eine starke 40. Position von 135 Startern, sodass Team und Fahrer mit dem Saisonhöhepunkt in der Eifel zufrieden sind. 

Nach dem Ausfall im Vorjahr, als der Cupra TCR bereits nach wenigen Stunden mit einem kapitalen Getriebeschaden abgestellt werden musste, hatte der Kölner Rennstall eine offene Rechnung: Neben Teamchef Michael Paatz drehte erneute das Brüder-Paar Jürgen und Achim Nett vom AC 1927 Mayen am Lenkrad. Unterstützung erhielt das Trio in diesem Jahr von Lukas Niedertscheider, der über viel Erfahrung im TCR-Bereich verfügt, aber sein erstes 24h-Rennen am Nürburgring bestritt.

Das Qualifying am Donnerstag nutzten Team und Fahrer nicht vorwiegend dafür, die schnellste Runde in den legendären Nordschleifen-Asphalt zu brennen, sondern wichtige Erfahrungen für den Langstreckenklassiker zu sammeln. Daher platzierte sich der graue Cupra TCR mit einer Rundenzeit von 9:19.054 Minuten auf dem fünften Platz in der TCR-Klasse. Das letzte Qualifying am Freitag ließ mathilda racing aus, um den Rennwagen für den Höhepunkt vorzubereiten.

Ereignisreiches Rennen für den Cupra TCR

Vor über 200.000 Fans, die nach zweijähriger Corona-Pause endlich an die Nordschleife zurückkehren durften, absolvierte Teamchef Michael Paatz am Samstag um 16 Uhr den Start des Rennens. Trotz chaotischer Bedingungen auf der Nordschleife, die zahlreiche Gelbphasen zur Folge hatten, erlaubten sich die Fahrer in der Anfangsphase keine Fehler. Jürgen Nett, Lukas Niedertscheider und Achim Nett absolvierten ihre Stints problemlos, ehe Michael Paatz bei Dunkelheit ins Cockpit stieg.

Weil die Temperaturen mittlerweile stark gefallen waren und viele Code-60-Phasen auf der Strecke herrschten, fiel es in der Nacht schwer, die Hinterreifen im optimalen Arbeitsfenster zu halten. Team und Fahrer überstanden die Dunkelheit ohne Vorkommnisse. Allerdings sammelten sich kleinere Zeitstrafen wegen Tempoüberschreitungen an, was einem Zeitverlust von vier Minuten entsprach. Zur Rennhalbzeit lag der Cupra TCR dennoch auf dem dritten Platz in der Klasse.

Eine Schrecksekunde erlebte das Team am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr, als der Cupra TCR auf dem Kühlwasser eines verunfallten Porsche ausrutschte und die Leitplanken touchierte. In der Box setzte das Team die Schäden instand und wechselte eine krumme Spurstange, wodurch knapp zwei Runden verloren gingen. In der Folge fiel der Cupra TCR von mathilda racing auf den fünften Rang zurück.

Platz vier in der TCR-Klasse

Am Sonntagvormittag verlief das Rennen planmäßig, ehe rund zwei Stunden vor dem Rennende der Wetterumschwung kam. Bei einsetzendem Starkregen und Hagelschauern entschied sich das Team aus Sicherheitsgründen für Regenreifen, was sich schlussendlich als Fehlentscheidung herausstellte. Schon nach wenigen Minuten hatten sich die Wolken verzogen und die Sonne kam wieder heraus. Für die Schlussphase wurden wieder die Slicks aufgezogen, sodass der Cupra TCR nach 24 Stunden die Ziellinie überquerte.

In der TCR-Klasse erreichte mathilda racing hinter den beiden Werks-Hyundai von Target Competition und Bonk Motorsport die vierte Position. Im Gesamtklassement wurde der Cupra TCR auf der 40. Position von 135 gestarteten Teilnehmern gewertet. Insgesamt waren elf TCR-Rennwagen in zwei Klassen (TCR und SP3T) am Start, von denen der Cupra TCR von mathilda racing das viertbeste Fahrzeug stellte.

Wir wussten schon vor dem Rennen, dass die Werks-Hyundai aus eigener Kraft nicht zu schlagen sind. Daher haben wir uns auf die anderen Autos im Feld konzentriert, mit denen es ein ständiges Hin und Her war. Am Ende mussten wir uns nur dem Cupra TCR von Bonk geschlagen geben. Beim 24h-Rennen zählt vor allem die Zielankunft – und die haben wir geschafft! - Michael Paatz (Teamchef mathilda racing)

In knapp vier Wochen kehrt mathilda racing auf die Nordschleife zurück. Beim dritten Saisonlauf (25. Juni) der Nürburgring Langstreckenstreckenserie, dem 45. RCM DMV Grenzlandrennen, wird das Kölner Rennteam wieder mit dem VW Scirocco R an den Start gehen und versuchen, die Gesamtführung in der Meisterschaft zu verteidigen.