Die Deichstadtvolleys blieben schon im dritten Spiel in Folge ohne Satzverlust. (Foto Eckhard Schwabe)

Deichstadtvolleys unterstreichen Ambitionen

„So spielen Aufsteiger“, titelte ein Fan der Deichstadtvolleys spontan nach Spielende in einem sozialen Netzwerk. Unrecht hatte er nicht, denn die Zweitligadamen des VC Neuwied hatten gerade den kampfstarken TV Planegg-Krailling nach nur 65 Spielminuten mit 3:0 (14, 19, 9) auf die weite Heimreise nach München geschickt.
Trainer Dirk Groß vertraute in seiner Startaufstellung bei kompletter Spielerinnenbank auf der Außen- / Annahmeposition diesmal wieder Youngster Kaya Schulz, die zu Saisonbeginn vom Drittligisten Mainz-Gonsenheim rheinabwärts gewechselt war. Die Münchner Vorstädterinnen ihrerseits mussten auf drei Spielerinnen verzichten, Trainer Florian Saller blieben aber dennoch zahlreiche Wechselmöglichkeiten, von denen er im Spielverlauf auch häufigen Gebrauch machen sollte.
Die Deichstadtvolleys eröffneten die Partie durch ein Aufschlagass durch Maike Henning und offenbarten damit ein Erfolgsrezept für die Partie: Durch druckvolle Aufschläge wurden die Münchnerinnen in der Entfaltung ihres Spiels gehindert; diese wiederum erwiesen sich als sehr kampf- und abwehrstark, gaben kaum einen Ball verloren und erzwangen so lange Ballwechsel, bei denen sie dann auch meist das bessere Ende für sich hatten.
Die Neuwiederinnen spielten ihre individuellen Stärken aus: Eine solide Abwehr, in der besonders Anna Church und Maike Henning überzeugten, Isabelle Marciniak, die alle Angreiferinnen variabel in Szene zu setzen verstand, Amanda Brown und Rachel Anderson mit Schnellangriffen und turmhohem Block. So erspielte sich Neuwied rasch einen Punktvorsprung, der über 8:5, 16:10 zum 25:14 ausgebaut wurde. Rachel Anderson markierte den Satzball mit dem Überkopf-Angriff, dem Paradeball des US-Duos.
Im zweiten Durchgang erhöhte der TV Planegg-Krailling den Aufschlagdruck auf die Gastgeberinnen. Diese Strategie zahlte sich zu Satzbeginn und gegen Satzende aus, als es gelang, die Neuwiederinnen daran zu hindern, ihren Punktvorsprung auszubauen und so den Satz länger offen zuhalten. Nach der ersten technischen Auszeit (8:5) waren es einmal mehr das Service von Maike Henning, das Blockspiel Anderson / Kamarah, Schnellangriffe von Amanda Brown und intelligente Ballverwertung auf den Außenpositionen, die Neuwied die entscheidenden Vorteile verschafften. Nur einmal, bei einer 21:16-Führung, musste der Coach zur Auszeit bitten, um in einer Phase nachlassender Ballannahme die Ordnung wieder herzustellen. Dies offensichtlich zur rechten Zeit, denn Sarah Kamarah verwandelte kurz darauf den Satzball zum 25:19.
Offenbar hatten die kurzen Schwächephasen den Trainer bewogen, dieses Mal auf Spielerinnenwechsel zu verzichten, die Rekonvaleszenten müssen sich also noch etwas gedulden. „Wir wollten es diesmal durchziehen“, gestand Groß nach Spielschluss. „Wir wollten mal unser Niveau zeigen, Wechsel hätten nach diesem Satz noch einmal für Unruhe gesorgt“.
Auch Im dritten Durchgang sollte er recht behalten. Obwohl die Gäste aus Bayern tapfer weiterkämpften und deren Trainer Florian Saller drei Positionen wechselte, dominierte Neuwied auf ganzer Linie. Aufschlagasse durch Kaya Schulz und besonders Maike Henning, der ihr Trainer ein fehlerfreies Spiel attestierte, Blockaktionen, Schnellangriffe, - Neuwied wirbelte seine Gegnerinnen tüchtig durcheinander. Amanda Brown blieb es schließlich vorbehalten den Matchball zum 25:9 zu verwandeln.
„Überragend, eine Demonstration der Überlegenheit, “, schwärmte VCN-Vorstand Wolfgang Becker nach der Partie und gab so dem eingangs erwähnten Fan recht. Ein Deichstadtteam, das auf allen Positionen überzeugte. Bei der Wahl zur Spielerin des Tages hatte also der Gästetrainer die Qual der Wahl. Saller zeichnete salomonisch Kaya Schulz aus, der Youngster hatte in einer spielstarken Truppe einen überzeugenden Beitrag erbracht.
Durch diesen Sieg stehen die Deichstadtvolleys jetzt punktgleich mit dem VC Wiesbaden II, der gegen Altdorf 5 Sätze benötigte, bei einem Spiel und einem Sieg weniger auf Platz 2. Der Abstand zum SV Lohhof ist auf 2 Punkte angewachsen und kann schon am Samstag, 5.11., 19 Uhr ausgebaut werden, wenn die Deichstadtvolleys ihren unmittelbaren Verfolger empfangen. Ein kommentierter Livestream ist wieder unter www.sporttotal.tv/ma158f58c vorgesehen.

Die Deichstadtvolleys: Church, Marciniak, Henning, Brown, Anderson, Kamarah, Schulz, Bösling, Hauck, Dücking, Hoffmann, Guillermard; Trainer Dirk Groß

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