Dirk Janotta (Foto: Seydel)

Janotta: "Fußball muss in dieser Krise mehr sein als nur ein Spiel"

Seit 30 Jahren ist Dirk Janotta Schatzmeister im Fußballverband Rheinland, seit 15 Monaten Jahren gehört er dem Präsidium des Deutschen Fußballbundes (DFB) an. Hans-Peter Schössler sprach mit ihm über die aktuelle Situation im Fußball.

Wie haben Sie die knapp 15 Monate im  Machtzentrum des größten Sportverbandes der Welt erlebt?

Ich habe eine Fülle neuer Erfahrungen gewonnen. Das Spannungsfeld zwischen Profis auf der einen Seite und den Amateuren andererseits  durchlebe ich. Und erfahre in den unterschiedlichsten Gremien und Ausschüssen eine Breite an Meinungen und Auffassungen. Und dann ist da mein eigener Bereich mit den Stiftungen. Zunehmend spüre ich, dass sie gerade in der aktuellen Zeit von enormer sozialer und gesellschaftlicher Bedeutung sind. Wie überhaupt der Fußball in dieser tiefen Krise, die wir durchleben,  die Chance hat, mehr zu sein als nur ein Spiel über 90 Minuten. Das was wir jetzt im Fußballverband Rheinland mit der Vereinsaktion für Mitmenschen machen, das erfüllt mich mit großer Befriedigung.

Zeigt die Pandemie auch auf, dass der Profifußball in ihr bestehen kann, während der Amateurfußball zu den großen Verlierern gehört?

Nein, so ist es nicht. Es gibt die Unterstützung und Förderprogramme des DFB auch über die Stiftungen des DFB. Kein Landes- oder Regionalverband wird in die Insolvenz gehen müssen. Die Vereine sind in der Tat  gebeutelt, weil sie ihren Sport nicht betreiben können und dementsprechend auch keine Einnahmen haben. Aber wir müssen die Bedingungen annehmen und die Regeln einhalten, weil nur so auch wieder Normalität eintreten kann.

Für den DFB ist die Nationalmannschaft ein  Gradmesser für die öffentliche Wahrnehmung und Bewertung des Verbandes. Wie hilfreich ist  da die Diskussion um Trainer Löw und wie kann die Lösung aussehen?

Die öffentlichen, teils unsachlichen Diskussionen sind nicht hilfreich. Diskussionen sind erforderlich, keine Frage. Das Präsidium des DFB steht eindeutig hinter Trainer Joachim Löw und der Nationalmannschaft. Ich auch. Der Gradmesser für weitere Erfolge, um wieder in Richtung Weltspitze zu kommen, darf nicht das Ergebnis eines Spiels sein(0:6 gegen Spanien in Sevilla). Wir haben doch  mit dieser neuen Mannschaft auch schon einiges erreicht: wir haben die Qualifikationsgruppe zur EM 2021 gewonnen, wir sind in der Nations-League-Gruppe Zweiter geworden. Wir haben nach der Auslosung der Gruppen allerbeste Chancen, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 zu schaffen. Und jeder von uns, der sich mit Fußball beschäftigt, der weiß, dass man einige Jahre braucht, um eine neue Mannschaft aufzubauen. Die beste  Lösung, um wieder Ruhe in das Umfeld der Nationalmannschaft zu bringen, wäre natürlich, wenn wir im kommenden Jahr Europameister würden. Wir müssen einfach auch etwas Geduld haben.

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