Sport ist nicht nur für Kinder wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft von Jung bis Alt. (Foto: P. Seydel)

Lockdown im Amateursport: Prozess der Entfremdung?

So sehr die Maßnahmen, in der Pandemie alles zu tun, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, auch gerechtfertigt sind, der Preis wird ein hoher sein. Nicht nur wirtschaftlich und nicht nur kulturell.

Weil uns die Begegnungen fehlen werden, wird es auch ein Prozess der Entfremdung sein. Dass der komplette Wettbewerb im Amateursport und der organisierte Breiten-und Freizeitsport zumindest für einen Monat in den Vereinen zum Erliegen kommen, wird Folgen haben. Weit mehr als Punkte und Tore fehlen die Trainingsabende in der Woche, die Treffen danach, die Gespräche, die Verabredungen, aber auch die in dieser Jahreszeit üblichen Vorbereitungen der Weihnachtsfeiern für Kinder und Jugendliche in den Sportvereinen. Es ist so, als lasse man nur noch Dunkelheit zu und sperre die Helligkeit des Tages aus.

Diese Pandemie macht schon lange Angst. Und auch die Tatsache, dass der Profifußball weitermachen kann, ist schon lange kein Trost mehr. Im Gegenteil: ohne Zuschauer wird es mehr und mehr zu einem unzulänglichen und entfremdeten Kick von 22 Akteuren auf der grünen Wiese, umrahmt vom Geschrei einiger weniger Außenstehender.

Jetzt ist auch die Zeit, wo die Funktionäre des Sportes routiniert die Politik mahnen, die ökonomischen Folgen für die Vereine zu bedenken. Trotz der langen Phase des Stillstands ist das für die meisten Amateurvereine aber nicht das wirkliche Problem.

Es ist das Leben auf den Plätzen und in den Hallen, das fehlt. Der Ausgleich für Kinder und Jugendlichen nach dem nicht einfachen Schulalltag, das Kommunizieren für die Älteren, die sich einmal in der Woche treffen, wird vermisst. Der Sport für Behinderte und Herzkranke in ihren Gruppen, der Abend für die aktiven Seniorinnen, für die das alles mehr ist, als nur Bewegung.

Die wirtschaftliche Situation der Vereine ist nur ein Teil des Ganzen. Was gebraucht wird ist das Leben in den Vereinen, ohne das viele nicht sein können.

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