Sport

 

Ein Stück Normalität in der Pandemie ist seine Perspektive.


Was macht ein Spitzensportler, der gerne trainieren möchte, aber zu einer Mannschaft gehört, die so eng beisammen sitzt, dass man schwerlich von Abstand halten sprechen kann. Die Rede ist von einem Ruderachter und von Jonas Wiesen. Der 24jährige aus Brieden an der Mosel, U 23 Weltmeister mit dem Achter,   der für die  Rudergesellschaft Treis-Karden an den Start geht, sitzt im besten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. „So kann ich mich im Ruderzentrum Dortmund wenigstens stärker um meine Masterarbeit kümmern“, sagt er.

Seine Pläne haben sich seit einem Jahr verändert. Jonas Brieden ist der Steuermann  des deutschen  U 23- Achters. Eigentlich sollte er nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio der neue Steuermann des Deutschland-Achters werden. Aber das ist jetzt mindestens um ein Jahr verschoben, in der Hoffnung, dass die Spiele in Japan in diesem Jahr auch stattfinden können.

Das Thema Saisonplanung sei in diesem Jahr kompliziert, meint Jonas. „Mein ursprünglicher Plan war es, nach England zu gehen und mich dem Leander Club anzuschließen( Der englische Sportverein wurde 1818 gegründet und kann sich rühmen, dass seine Sportler bis heute 123 olympische Medaillen gewonnen haben.) Aber das ist Stand heute aufgrund der Pandemie nicht möglich“, erzählt er. Die ersten Regatten wurden auch bereits abgesagt. Die Europameisterschaft ist noch bestätigt, aber es muss abgewartet werden, ob sie zur Austragung gelangt. Aktuell unterstützt Jonas Wiesen die U23 Nationalmannschaft im Stützpunkt Dortmund. Sein Ziel ist es, mit einem eigenen Team im Juli die renommierte Royal Henley Regatta in England zu fahren.  Sofern die stattfinden wird und er und sein Achter überhaupt die Chance haben, zu trainieren. Wenn es möglich ist, dann möchte er auch die Regatta Ratzeburg und die Hügelregatta in Essen fahren.  Aber alles stehe unter  einem großen Fragezeichen, resümiert er.

Jonas Wiesen ist mehr als nur ein Ruderer bei der RG Treis-Karden. Er gehört auch dem Vorstand an, der intelligente Sportler weiß um die Verantwortung, die vom Verein für alle Aktiven ausgeht. Jonas Wiesen hofft auf ein Stück Normalität, die ihm als Sportler eine neue Perspektive geben würde.