Herr der Lüfte: Brian Butler war die Koblenzer Lebensversicherung in der vergangenen Saison (Foto: D.Mühlen).

Exklusivinterview mit Brian Butler (EPG Baskets Koblenz)

Brian Butler war in der abgelaufenen Saison der Top-Spieler der EPG Baskets Koblenz. Trotz einer guten Saison reichte es für die Baskets Koblenz aber nicht zum Aufstieg. Jetzt blickt der 29-Jährige auf die neue Saison, in der Koblenz den Aufstieg in die Pro A anpeilt. 

Brian, Sie sind gerade frisch zurück aus dem Urlaub. Wie wichtig war der für Sie, nach der kräftezehrenden Saison?

Der Urlaub war sehr wichtig. Einfach mal, um aus der ganzen Situation rauszukommen. Sei es privat, sei es beruflich. Einfach mal abschalten, es war eine anstrengende Saison. Wir haben leider nicht unser Ziel, das wir gegen Ende angestrebt haben, erreicht und somit war der Urlaub schon sehr wichtig.

Warum habt ihr die Ziele nicht erreichen können, die ihr euch gesteckt habt?

Das waren viele Faktoren, die ausschlaggebend gewesen sind letztes Jahr. Deswegen kann ich glaube ich keinen raussuchen. Es waren einfach viele Sachen, die da hinein gespielt haben. Ob es Verletzungen von Mitspielern gewesen sind, ob es diese Gerichtsverhandlung gewesen ist, ob wir Angst haben mussten, dass wir jetzt vielleicht die nächsten zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen. Also, es waren viele Faktoren, die gestört haben letztes Jahr und ich hoffe, dass es nächstes Jahr nicht mehr der Fall ist. 

Wie war er es für Sie, so ganz ohne Fans in der Halle zu spielen?

Also, die ersten zwei Spiele durften wir ja noch mit Zuschauern spielen. Aber ab da war es sehr ungewohnt. Man muss sich erst einmal umstellen, weil mir ist es wirklich dieses Jahr extrem aufgefallen: Die Zuschauer sind ein großer Faktor, also egal, ob man zu Hause oder auswärts spielt. Die machen schon einen großen Unterschied, weil einfach diese Leere in der Halle, das fühlt sich dann an wie ein Trainingsspiel. Natürlich versucht man jedes Spiel zu gewinnen, aber wenn man dann halt irgendwie eine gute Aktion macht und kein Applaus dafür bekommt, ist das einfach einen Unterschied. 

Was wäre aus ihrer Sicht sportlich drin gewesen mit Zuschauern im Rücken?

Also, ich glaube, wir hatten das Potenzial, noch mehr zu erreichen, als wir erreicht haben. Aber ich glaube, letztendlich haben uns wirklich die Verletzungen und diese ganze Unruhe im Team einfach wehgetan, weil das macht nochmal den Unterschied, einfach diese Ruhe, dass man sich wirklich voll fokussieren kann auf die Spiele. 

Wie würden Sie sportlich ihre eigene Saison einordnen?

Wenn ich jetzt allein, was ich nicht gerne mache, über meine Statistiken sprechen würde, war es für mich die Beste, die ich hier in Koblenz gespielt habe. Aber für mich steht der Erfolg des Teams immer ganz oben. Und deswegen war es dann für mich auch keine tolle Saison. Ich meine, wir haben unser erstes Ziel geschafft, das Erreichen der Playoffs und die Liga gehalten. Schön und gut, aber man versucht halt eigentlich wirklich jedes Spiel zu gewinnen. 

Welche Gründe gibt es, dass es in den Play-Offs nicht so lief wie gedacht?

Also, wir hatten viele neue Spieler, viele neue Charaktere, die sich erst einmal an das System des neuen Trainers gewöhnen mussten. Und es ist oftmals so, dass wenn du so ein neues Team hast, muss jeder seine Rolle finden. Und das ist ein Entwicklungsprozess. Der fängt in der Vorbereitung an. Aber der braucht dann auch nochmal über die Saison. Und meistens sagt man nach der ersten Hälfte der Saison, dass das Team sich gefunden hat und dass das dann wirklich auch harmoniert. So durch diese ganzen Verletzungen und Pausen hat uns das alles nochmal wieder zurück geschmissen. Und Leute, die dann längere Zeit draußen gewesen sind, mussten wieder ins Team integriert werden. Und das hat uns glaube ich einfach nochmal zwei Schritte zurück geworfen und das war das größte Problem, dass wir gedacht haben, wir sind jetzt an dem Punkt angekommen, wo wir harmonieren. Und dann kamen eben diese zwei Schritte zurück und da mussten wir wieder bei Null anfangen. Und natürlich hatten wir am Anfang viele knappe Spiele, die wir gewonnen haben. Aber deswegen hatten wir so einen tiefen Kader. Wir waren eine erfahrene Truppe, nur die Erfahrung hilft dann nichts, wenn die Teamchemie einfach nicht stimmt. Und das hat uns dann in der zweiten Hälfte der Saison sehr wehgetan. 

Wie sehr freuen Sie sich auf die neue Saison?

Unglaublich. Also, ich merke es dann immer wieder in der Offseason. Wenn ich nicht viel mit Basketball zu tun habe, dann treibt es mich schon selbst so ein bisschen in die Halle und ich freue mich einfach riesig auf die Spiele. Und ich freue mich und bete wirklich, dass wir wieder vor Zuschauern spielen können. Weil darauf freue ich mich am meisten, weil ich habe letztes Jahr ein Heimspiel gehabt und das war unbeschreiblich, obwohl nur 250 Zuschauer da gewesen sind. Deswegen hoffe ich, dass wir vor Zuschauern spielen und die Fans endlich mal kennenlernen können. 

Gibt es für Sie, oder innerhalb der Mannschaft, schon Ziele für die neue Saison?

Also natürlich macht man sich als Mannschaft Gedanken, was das Ziel für die kommende Saison ist. Wenn ich jetzt von mir persönlich rede, ist es jedes Spiel zu gewinnen, jedes Spiel 110 Prozent zu geben. Und ich glaub, wenn alle dieses Ziel verfolgen in der Mannschaft, dann braucht man nicht nochmal ein extra Ziel festlegen, weil wenn man wirklich jedes Spiel gewinnt, dann eben auch die Meisterschaft.

Für Sie beginnt jetzt das Training wieder...

… für mich erst einmal mit einer Pause, denn ich habe mir in meinem Knöchel mein Außenband gerissen. Ich wollte jetzt eigentlich nach dem Urlaub wieder durchstarten. Wieder anfangen zu trainieren. In der ersten Trainingseinheit bin ich dann am Ende umgeknickt, leider nicht so gut ausgegangen. Jetzt erst Mal zwei Wochen Pause. Aber dann fängt es wieder damit an, an Sachen zu arbeiten, die man während der Saison nicht verbessern kann. Bei mir die Freiwurfquote. 

In der neuen Saison erwartet die Mannschaft ein neuer Trainer. Wie geht man da ran? Mit Vorfreude oder Angst?

Man ist neugierig. Man möchte die Personen kennenlernen. Und ja, man hofft halt einfach, dass man mit dieser Person harmoniert. Aber natürlich, es kann auch immer irgendwie ein Trainer kommen, der mit dem Spielstil des Spielers nicht zufrieden ist. Und dann hat man schon ein bisschen Bammel. Also, es ist so eine Mischung aus Angst, ob man sich gut mit dem Trainer versteht und Freude, dass man einfach neue Impulse bekommt.

Vielen Dank für das Interview. Das Gespräch führte Max Demann. 

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