Dr. Markus Merk sprach mit Aktuell4u. (Foto: Seydel)

Fans aus Westerwald, Eifel und Hunsrück müssen wieder zum Betze

Seit dem 1.Dezember 2019 ist Dr. Markus Merk (58), Beiratsvorsitzender und Sprecher des Aufsichtsrates des 1. FC Kaiserslautern. Bekannt wurde er vor allem als DFB- und FIFA-Schiedsrichter, wo er bei vielen nationalen und internationalen Höhepunkten im Einsatz war und dreimal zum Weltschiedsrichter des Jahres gewählt wurde (2004, 2005, 2007). Zur Lage beim FCK, der seit einigen Jahren in teils heftigen sportlichen und wirtschaftlichen Turbulenzen steckt, sprach er mit Hans-Peter Schössler.

A4u: Ist das Amt Beiratsvorsitzender des FCK die Erfüllung eines Traumes?

Markus Merk: Ich habe nie eine Führungsposition im Verein aktiv angestrebt, aber immer gesagt: wenn der Verein mich braucht, dann verstecke ich mich nicht, sondern übernehme Verantwortung. Dass ich es jetzt in der schwersten Phase der Vereinsgeschichte mache, hat viel mit der Liebe zu diesem Verein zu tun. Es kann nicht sein, dass dieser Klub in dieser Liga bleibt. Vor allem müssen wir aber wieder ein positives FCK-Bild zeichnen. Dafür bin ich mit meinen Mitstreitern angetreten. Ein Traum wäre es, den FCK in diesem sehr schwierigen Umfeld und Zeit wieder in ruhigere, bessere Sphären zu führen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene wieder öfter im FCK-Trikot sehen zu können.

A4u: Viele Fans sind früher vom Westerwald, aus der Eifel und vom Hunsrück nach Kaiserslautern zu den Spielen des FCK gefahren. Da hat sich einiges geändert. Was muss geschehen?

Markus Merk: Vergessen wir einmal die aktuelle Coronazeit mit ihren Einschränkungen und reden wir über eine normale Zeit. Mir ist bewusst, welche Strahlkraft der FCK in seinen besten Jahren in den Norden unseres Landes hatte. Ich verstehe jeden Fan, der den Weg nicht mehr auf sich nimmt, diesen Umstand hat man sich „erarbeitet“. Wir brauchen viel Solidarität im und für den Verein, aber ich weiß auch, dass er dafür sportliche Leistungen erbringen muss, über die sich fast alles definiert. In den letzten 20 Jahren hat der FCK viel Fannähe verspielt. Abgesehen von der Ligazugehörigkeit müssen wir den FCK und den Betzenberg wieder zu einem Gemeinschaftserlebnis machen. Den Verein in seinen wirtschaftlichen, sportlichen und gesellschaftlichen Werten zu restrukturieren, ist ein Ultramarathon.

A4u: Ist das Wirken für den FCK mehr Lust oder mehr Last?

Markus Merk: Dieses Jahr geht an die Grenze der Belastbarkeit, für uns im Ehrenamt, aber auch für unserer hauptamtlichen Mitarbeiter. Uns waren Situation und Schwere der Aufgabe, vor allem der wirtschaftlichen Sanierung und Stabilisierung, von Anfang an bewusst. Das ist mein Verein, dem ich von Kindesbeinen an treu geblieben bin. Es hat auch etwas mit Werten und gesellschaftlicher Verantwortung zu tun, wenn ich an die Tradition des FCK erinnere, an seine großen und unverrückbaren Erfolge. Und nicht zuletzt an die Menschen, die noch immer an ihrem FCK hängen und hoffentlich auch bald wieder auf ihren Betze ins Fritz-Walter-Stadion pilgern können. Aber ich weiß eben auch, dass wir noch viel tun und kämpfen müssen, um wieder dort Fußball zu spielen, wo wir uns Alle gerne sehen würden.

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