Baboucarr Gayé kann sich gegen den Strafstoß von Nishan Burkart noch so sehr strecken - um das 0:1 zu verhindern, reichte es nicht.

Gnadenloser SCF bestraft fahrlässige Koblenzer

Mehr Torchancen als der Gegner, mehr Eckstöße als der Gegner – aber nach 90 Minuten eben keine Zähler in den Händen: TuS Rot-Weiß Koblenz hat sein Heimspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den SC Freiburg II mit 1:3 (0:0) verloren. „Freiburg ist eine Top-Mannschaft, die mit ihren Jungs super Arbeit leistet, aber heute waren sie schlagbar“, ärgerte sich der Koblenzer Trainer Heiner Backhaus. Anstatt die Möglichkeit zu nutzen, nach dem Remis gegen Offenbach gegen eine weiteres Team aus der Spitzengruppe zu punkten, habe sich sein Team auf eigenem Platz diesmal selbst geschlagen.
Die Rot-Weißen stolperten über ein krasses Missverhältnis aus herausgespielten Möglichkeiten und dem verdienten Ertrag. „Wir belohnen uns überhaupt nicht dafür, dass wir so viel rennen und etliche Gelegenheiten besitzen. Das ist unser Problem“, analysierte Backhaus. Denn während die Stürmer vom Oberwerth ihre Torschüsse versiebten, ließ sich die junge Bundesliga-Reserve aus dem Breisgau nicht zweimal bitten und machte aus viereinhalb gefährlichen Aktionen drei Tore. Bis auf einen Weitschuss von Julius Tauriainen, der knapp am Rot-Weiß-Tor vorbeistrich (43.), sah der Koblenzer Schlussmann Baboucarr Gayé die meisten Aktionen des ersten Durchgangs nur aus der Ferne. Dazu zählten zwei dicke Dinger durch Valdrin Mustafa (19., 26.) und ein Moment der fehlenden Übersicht, als Ahmet Sagat selbst in den Zweikampf mit Claudio Kammerknecht ging, anstatt den Ball nach links zu Moritz Göttel zu legen (19.). Es wäre die erfolgsversprechendere Lösung gewesen.
Der SC legte in den Minuten vor der Pause eine Schippe drauf, Koblenz büßte etwas von seinen Vorteilen an. Durchgang zwei begann für die Backhaus-Elf mit zwei Nackenschlägen, wobei der zweite nach Einschätzung des Trainers aus dem ersten resultierte: „Wir müssen bereit sein, einen Rückschlag wegzustecken und dürfen nach dem 0:1 nicht fünf Minuten lang jammern. In dieser Phase haben wir direkt noch das 0:2 kassiert.“ Das passierte so: In der 46. Minute flankte Kiliann Eric Sildillia von der rechten Seite, Christopher Spang verlor Nishan Burkart aus den Augen, zupfte das Schweizer Sturmtalent am Trikot und Schiedsrichter Joshua Herbert blieb keine andere Entscheidung übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte. Als Noah Weißhaupt den Ball fünf Minuten später von der linken Seite druckvoll in den Strafraum der Hausherren flankte und Emilio Kehrer einen gefühlvollen Kopfball dranhängte, rückte ein Erfolg für Koblenz in weite Ferne.
Ungefähr so weit, wie Valdrin Mustafa nach einem Freiburger Eckstoß den Ball im Sprint nach vorne trug und über Umwege den Anschluss einleitete. Sein Versuch aufs lange Eck wurde Beute des deutschen U20-Nationaltorhüters Noah Atubolu, aber den Abpraller verwertete der mitgelaufene Nino Miotke (72.). Die Gastgeber schöpften noch einmal Mut, der sich im Schneefall von Koblenz durch Johannes Flums Kopfball in Wohlgefallen auflöste. Der Bundesliga-erprobte Sechser kam nach Kimberly Ezekwems Eckstoß unbehelligt zum Kopfball und stellte den alten Abstand wieder her (80.). „Man muss in jeder Aktion das tun, was die Aktion erfordert. Und in dieser Szene müssen wir die Ecke verteidigen, anstatt schon an den Konter zu denken“, monierte Backhaus. „Das hat uns mit das Spiel gekostet.“

Koblenz: Gayé – Ekallé (54. Pommer), Schell, Miotke, Stojanovic (84. Göckan) – Spang, Müller (84. Beckenbauer), Fouley – Göttel, Sagat, Mustafa.
Freiburg: Atubolu – Kammerknecht, Braun-Schumacher, Ezekwem – Flum – Sildillia, Tauriainen (73. Furrer), Herrmann (56. Leopold), Weißhaupt – Kehrer, Burkart (82. Roth).
Schiedsrichter: Joshua Herbert (Nüsttal).
Tore: 0:1 Nishan Burkart (47., Foulelfmeter), 0:2 Emilio Kehrer (52.), 1:2 Nino Miotke (72.), 1:3 Johannes Flum (80.).

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