Hans-Peter Briegel (Foto: P. Seydel)

Interview mit Hans-Peter Briegel: Zum Tode des großen Fußballers Diego Maradona

Der Tod von Diego Maradona hat die Welt des Fußballs erschüttert. Er wurde ist nur 60 Jahre alt. Der Argentinier starb am 25.November 2020 an einem Herzinfarkt. Sein Leben sei eine einzige Explosion an Gefühlen gewesen, hat einmal ein argentinischer Journalist geschrieben.
Maradona war einer der besten Fußballer aller Zeiten, wohl zusammen mit dem Brasilianer Pele der Größte. Mit seinem linken Fuß verzauberte er die Menschen. Er schuf Momente für die Ewigkeit wie etwa mit seinem Dribbling über 60 m im Halbfinale der Weltmeisterschaft 1986 in Mexico gegen England. Es war einem denkwürdigen Spiel, in dem Maradona auch ein Tor mit der Hand erzielte und später davon sprach, es sei die „Hand Gottes“ gewesen. Auch Europa durfte diesen Genius des Fußballs bei seinen Stationen in Barcelona, vor allem in Neapel und in Sevilla bestaunen. In Neapel verehren sie ihn so wie in Argentinien. Und auch im Emsland wird man um ihn trauern, denn in Meppen trat er erstmalig im Rahmen eines Freundschaftsspiels im Trikot des FC Barcelona auf. Außerhalb des Fußballs führte er ein Leben voller Extravaganzen, exzessiv, hemmungslos, leidenschaftlich, nicht selten auch am Rande der Legalität. Doch die Nation Argentinien hat ihm das alles verziehen.
Hans-Peter Briegel ist jemand, der Maradona aus einigen sportlichen Begegnungen im Rahmen der Nationalmannschaft gut kannte. Wir erreichen das pfälzische Urgestein, das 72 Länderspiele absolviert hat, zu einem Interview auf Gran Canaria. Hans-Peter Schössler hat mit ihm über Maradona und die Erinnerungen an diesen großen Fußball gesprochen.

A4u: Wann war Eure erste Begegnung?

Hans-Peter Briegel:  1981 bei der Mini-WM in Uruguay haben wir zum ersten Mal in einem Länderspiel gegenübergestanden. Da war Maradona knapp 20, aber man sah dieses unfassbare Talent. Er spielte Fußball, wie wir nicht kannten.

A4u: Wie war der Mensch Maradona?

Hans-Peter Briegel: Ich kann und will ihn nur als Fußballer beurteilen. Er war fair, immer höflich und nie abgehoben. Auch nicht 1986, als wir gegen Argentinien das WM-Finale von Mexiko mit 2:3 verloren. Maradona war ein einziges Paket an Emotionen. Aber sportlich auch ein feiner Kerl. Bei dieser WM  in Mexiko hatte er seinen Höhepunkt, aber im Finale fand er in Lothar Matthäus seinen Meister.

A4u: Wo ordnest Du ihn ein in der Rangliste der größten Fußballer?

Hans-Peter Briegel: Ich habe Pele persönlich nicht erlebt. Aber von denen, die ich beurteilen kann, Messi, Ronaldo heute, und eben Maradona in seiner Zeit war er der Kompletteste. Er wird allen fehlen, die im Fußball auch ein Ereignis aus Verrücktheit und Genialität sehen. Dass ich ihn so nahe erleben durfte, das stimmt mich trotz der Trauer über seinen Tod auch mit ehrenvollen Gefühlen.

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