26 Jahre alt ist Lucas Kamps, der in Rhens wohnt. Sympathisch und offen wirkt er, mit klaren Aussagen und Perspektiven tritt er auf. Beruf: Fußballtrainer. Nicht in Liga 1 oder 2, aber im Fußball. Darauf kommt es an , weil alles einmal ganz unten beginnt. 2012 startet er mit 17 Jahren als Trainer bei der D-Jugend der JSG Spay/Rhens. Es folgen Trainerjahre im A-Jugendbereich, bevor er 2019 in den Seniorenbereich und zur zweiten Mannschaft der SG Rhens/Spay/Waldesch kommt. Im Februar 2020 befördert ihn der Verein zum Trainer der 1.Mannschaft. Jetzt in der Zeit, in der die Hoffnung steigt, dass nach der Mühsal der Pandemie bald wieder ein geordneter Spielbetrieb möglich werden kann, hat Lucas folgende Engagements: 1.Mannschaft SG Rhens/Spay/Waldesch, A-Jugend JSG Immendorf, D1-Jugend FC Rot-Weiß Koblenz und die E1-Jugend des gleichen Vereins. Das ist die komplette Bandbreite für das Wirken eines Trainers, der genau dieses Tun zu seinem Beruf gemacht hat.
„Fussball ist Inspiration und Erfüllung für mich. Das ist die Grundlage für die außergewöhnliche Entscheidung, in diesem Alter diesen Beruf für mich zu wählen. Aber natürlich hoffe ich darauf, dass meine Arbeit wahrgenommen wird und ich weitere Aufstiegsmöglichkeiten erhalte“, sagt Lucas Kamps. Der Rhenser ist ein Teil der Fußball-Philosophie der Sempt-Akademie, die Fußball als Spielstärke für das Leben begreift. Es ist eine Fußballschule mit dem Schwerpunkt Mentaltraining. Durch eine gezielte und individuelle Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen soll die mentale Leistungsfähigkeit gestärkt werden. Von dieser Art der Führung und Förderung sollen junge Fußballer auch schulisch und im Alltag profitieren.
Nach dieser Idee finden Feriencamps, Gruppentraining, Einzeltraining und Fördertraining statt. Lukas Kamps ist Stützpunkteiter Koblenz für die Akademie. Das Erlernte wendet er in den Vereinen an, die er trainiert. So ist er mit seiner Arbeit natürlich ein Teil der Vereinsarbeit im Fußballverband Rheinland. Den Sportler über das Fußballerische hinaus zu sehen und zu begreifen und zu fördern ist der Sinn.“ Ganz besonders in der Zeit nach der Pandemie werden wir im Jugendtraining lernen müssen, dass es um mehr als Fußball geht. Die Kinder haben in der Zeit von Corona viele Defizite erlebt, das wesentliche war, dass sie über eine lange Zeit ihre Freunde nicht erleben durften. Das müssen wir jetzt mit auffangen beim Neubeginn im Jugendfußball“, sinniert Lucas Kamps.
Mehr denn je ist Lucas Kamps jetzt davon überzeugt war, wie gut die Entscheidung war, das Training von jungen und älteren Menschen im Fußball zum Beruf zu machen. Dass er dabei viel Wissen im Umgang mit der Psyche der Menschen einbringen kann, wird ihm sehr dienen.
Es war ein mutiger Schritt, den Fußball zum Beruf zu machen, nichtwissend wie es sich entwickeln wird und einkalkulierend, dass die Erlangung großer Reichtümer zunächst noch in weiter Ferne sein wird. Aber Lucas Kamps, klug und couragiert zugleich und den Fußball liebend, setzt vor allem auf die Menschen, mit denen er es zu tun hat. Für den jungen Mann vom Rhein ist der Fußball eine Chance, vor allem im Umgang mit Jugendlichen, weiter als der Flug des Balles zu denken. Wäre nicht der Fußball sein Medium, er fände einen anderen Weg, mit Menschen arbeiten zu dürfen.
