Der FSV Salmohr gewann im letzten Jahr den Rheinland-Pokal mit einem überraschenden Sieg gegen die hoch favorisierte TuS Koblenz nach Elfmeterschießen. Foto: FVR

Was für eine Inszenierung ist dieser Rheinlandpokal 2020

In der Hitze des August findet er sein Finale.

Das hat es in der Geschichte des seit 1954 ausgetragenen Rheinlandpokals auch noch nicht gegeben. Da sind die Halbfinale noch nicht gespielt und niemand weiß, wer sich im Finale durchsetzen wird, da steht schon fest, gegen wen es in der ersten DFB-Pokalrunde geht. Corona macht (fast) alles möglich und verkehrt die Fußballwelt. Aber das Beste Ist, dass es dem Fußballverband  gelungen ist, den Pokal doch zu Ende zu bringen.

Zurück zur Chronologie: an diesem Samstag(15.August) finden die Halbfinale statt. Mit drei Oberligisten und einem Regionalligisten. In Karbach treffen um 17.00 Uhr der FC Karbach und Rot-Weiß Koblenz aufeinander und zeitgleich findet am Wasserturm in Engers die Begegnung des FV Engers gegen die Eisbachtaler Sportfreunde statt. Alles unter dem Rahmen, den die Politik für die Umsetzung von Fußball in der Pandemie vorgegeben hat. Gespielt werden muss aber wie immer. Auch da gelten die Gesetze des Pokals, dass in einem Spiel fast alles möglich ist. Wer also auf erwartbare Siege für Rot-Weiß Koblenz und den FV Engers setzt, der könnte am Ende womöglich irritiert erkennen, dass der Pokal wieder einmal ein Stück nicht kalkulierbaren Geschehens war.

Vor dem  Pokal-Halbfinale am Samstag, 17 Uhr, bei Oberligist FC Karbach hat sich Heiner Backhaus beispielsweise, seit dieser Saison Trainer bei Regionalligist Rot-Weiß Koblenz, gestern den Rasen auf dem „Quintinsberg“ in Karbach angesehen. Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, das weiß der erfahrene Backhaus nur zu gut. Seine  Mannschaft macht in der Vorbereitung einen guten Eindruck, die neuen Spieler  passen immer besser in das Team. Angst vor dem Karbacher Fußballberg gibt es   nicht. Dennoch: mit großem Respekt werde seine Mannschaft in das Spiel   gehen. Und bestens vorbereitet sein. Diese Woche hat man unter anderem auf dem Arenberg trainiert. „Karbach muss uns schlagen“, sagt Heiner Backhaus, der kein Problem damit hat, die Last des Siegenmüssens auf die Schultern seines Karbacher Kollegen Torsten Schmidt zu verlagern.

Wie auch Immer: die Sieger vom Samstag treffen bereits am 22.August im ehrwürdigen Koblenzer Stadion Oberwerth im Finale aufeinander. Und der  Sieger des Finales, der weiß dann auch schon, dass er in der Zeit vom 11.-14.September 2020, als keine drei Wochen später, bereits in der ersten DFB-Hauptrunde Zweitligist VfL Bochum empfangen darf.

Was für eine ungewollte Inszenierung ist dieser Pokal 2019/20, der im Mai hätte zu Ende sein sollen und der jetzt in der Hitze des späten August doch noch ein glückliches Finale findet. Vereine und Verband haben gut daran gearbeitet.

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