Weise: Neustart ohne Unterstützung der Vereine nicht denkbar

Norbert Weise, ehemaliger Generalstaatsanwalt des Landes, Fußballer aus Passion und   seit 2010 Rechtswart des Fußballverbandes Rheinland, davor Vorsitzender des Verbandsgerichts, sagt, die Verein hätten ein Recht darauf zu spielen. Wo dieses Recht aber seine Grenzen hat und wie der Verband eine Lösung für die Fortführung des Spielbetriebs finden kann, darüber sprachen wir mit ihm.

Aktuell4u: Fußball zu spielen ist Satzungszweck und natürlich  der eigentliche Sinn der  Vereine. Doch alles  hat wie in der aktuellen Pandemie auch seine Grenzen. Hat der Fußball in dieser tiefen Krise seine Stärken wie Solidarität und auch Mitmenschlichkeit gezeigt.

Norbert Weise: Ja, es ist richtig. Wenn das Fußballspielen nach der behördlichen Verfügungslage erlaubt ist, muss der Verband den an den Wettbewerben teilnehmenden Vereinen die Durchführung des Spielbetriebs entsprechend dem Regelwerk auch anbieten, solange eine sportliche Wertung noch möglich ist. Die Grenzen werden aber letztlich von den zuständigen staatlichen Stellen gesetzt. Und zum zweiten Teil der Frage: Auch insoweit ein klares Ja. Hier denke ich etwa an die Aktion der FVR-Stiftung „Fußball hilft“ In diesem Rahmen wurden uns verbandsweit zahlreiche Beispiele gelebter Solidarität unserer Vereine mit von der Pandemie besonders betroffenen Personen oder Einrichtungen bekannt. Das war schon sehr beeindruckend, wie die Vereine die Mitmenschen in diesen Zeiten auf vielfältige Weise unterstützt haben. Fußballvereine sind eben auch dann wichtig, wenn es nicht „nur“ um Punkte geht.

Aktuell4u: Egal wie es im Fußballverband mit dem Spielbetrieb weitergeht, werden die Vereine bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen?

Norbert Weise: Die Einbindung der Vereine in den Entscheidungsprozess ist dem Verband sehr wichtig. Das hat die Befragung aller am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine in der Saison 2019/2020 gezeigt, und das zeigen auch die jetzt von Präsident Walter Desch unter Mitwirkung der für die spieltechnischen und rechtlichen Voraussetzungen zuständigen Präsidiumsmitglieder durchgeführten Videokonferenzen mit den Vereinen. Diese Videokonferenzen werden von den Vereinen hervorragend angenommen. Dabei geben die Vereinsvertreter dem Verband wichtige Hinweise, wie sie die aktuelle Situation beurteilen. Eine abschließende Beantwortung der entscheidenden Frage, ob in dieser Spielzeit und gegebenenfalls wann wieder gespielt werden kann, ist natürlich jetzt noch nicht möglich. Sobald aber eine Entscheidung des Präsidiums und des Beirats möglich ist, wird es zuvor wieder eine förmliche Befragung aller Vereine geben, sodass also auch deren Meinung in den Entscheidungsprozess einfließen wird.

Die Fragen stellte Hans-Peter Schössler

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