Wenn das Kind ruft: „Mamaaa, was kann ich essen?“
Es sind Sommerferien. Die Kinder sind zuhause. Und gefühlt haben sie gerade den Wachstumsschub des Jahrhunderts. Oder sie haben einfach nur Langeweile. Denn was ich in diesen Tagen am häufigsten höre, ist nicht „Darf ich dir helfen?“ oder „Wollen wir was basteln?“, sondern:
„Mamaaaa, ich hab Hunger!“
Kaum ist der Frühstückstisch abgeräumt, schleichen sie schon wieder um den Kühlschrank, inspizieren das Süßigkeitenregal und streiten sich, wer das letzte Knuspermüsli gegessen hat. Und nein, natürlich kann man nichts Normales essen – „irgendwas zum Snacken“ muss es sein. Möglichst bunt, möglichst sofort.
Der ewige Verhandlungstisch
Ich fühle mich derzeit nicht wie eine Mutter, sondern wie eine Mischung aus Kantinenleitung, diplomatischer Vermittlerin und Snack-Orakel. Denn es reicht ja nicht, dass Essen da ist. Es muss das richtige Essen sein.
„Was kann ich essen?“ hat sich zur meistgestellten Frage dieser Ferien entwickelt.
Gefolgt von:
„Kann ich was Süßes?“
„Nur ein ganz kleines Gummibärchen?“
„Ich hab aber schon voll lang nichts mehr gegessen!“
(Anmerkung: Vor exakt sieben Minuten war ein Apfel fällig.)
Ausnahmen, die sich einprägen
Aber wisst ihr was? Zwischen all dem täglichen Snackdrama gibt es auch diese Momente, in denen ich bewusst alle Regeln über Bord werfe. Dann gibt es ein Eis zum Frühstück. Oder den Nachtisch zuerst. Und manchmal auch beides. Einfach, weil Sommer ist. Weil diese kleinen Ausnahmen oft die größten Erinnerungen machen.
Die leuchtenden Kinderaugen, wenn sie mit der Waffel in der Hand am Gartentisch sitzen und sich fühlen, als hätten sie den Jackpot geknackt. Das bleibt. Viel länger als jede pädagogisch wertvolle Brotdose mit Gemüsegesicht.
Leben zwischen Salatgurke und Schokoriegel
Natürlich gibt es bei uns auch Struktur. Gemüse wird gegessen, wenn auch manchmal unter Protest. Ich versuche, nicht jeden Wunsch zu erfüllen, auch wenn’s schwerfällt. Aber ich bin eben auch nur ein Mensch – und die Wahrheit ist: In diesen langen Ferientagen, in denen wir gefühlt 24/7 miteinander sind, da darf es auch mal etwas wilder und lockerer zugehen.
Denn genau das macht den Sommer doch aus: Unordnung im Tagesrhythmus, Spontanität beim Essen und der Geruch von warmen Waffeln um zehn Uhr morgens.
Und seien wir ehrlich – manchmal frage ich mich selbst: „Was kann ich jetzt eigentlich essen?“
Die Antwort ist selten eine Möhre. Eher Schokolade. Oder kalte Nudeln vom Vorabend.
Also, falls du dich gerade in deiner Küche wiederfindest, während jemand „Mamaaaa, ich hab Hunger!“ ruft – du bist nicht allein. Und vielleicht, nur vielleicht, ist genau jetzt der Moment für ein Eis zum Frühstück.
Eure Dani
