Der Sommer ist da – mit Pommes im Schwimmbad, Eis auf der Wiese und dem Gefühl von Freiheit. Warum diese kleinen Momente oft die größten sind und weshalb Kindheitserinnerungen gerade jetzt so lebendig werden, erzähle ich in meiner neuen Kolumne.

Mendig |

Ein Hauch von Freiheit, ein Duft nach Pommes

Manchmal reicht ein einzelner Moment, um dich mitten hinein zu katapultieren – in die Sommer deiner Kindheit. Bei mir war es der erste Schwimmbadbesuch des Jahres. Die Sonne brannte auf die Liegewiese, das Wasser glitzerte, die Kinder jauchzten. Und dann dieser Geruch: Pommes. Frisch frittiert, ein Hauch Mayo in der Luft. Kein Gourmetgericht der Welt kann das Gefühl toppen, das eine Portion Pommes im Schwimmbad auslöst. Es ist kein Snack – es ist ein Gefühl.

Und plötzlich ist sie da – diese Erinnerung: An Sommertage, die sich endlos anfühlten. An Fahrradtouren mit Freunden, an Wasserschlachten im Garten, an schmutzige Füße und aufgeweichte Badeanzüge. An das erste Eis des Sommers, das immer viel zu schnell tropfte. An das Glück, einfach draußen zu sein – ohne Uhrzeit, ohne Plan, einfach nur Kind sein.

Jetzt bin ich erwachsen und begleite meine eigenen Kinder durch ihre Sommer. Und dabei merke ich, wie viel sich verändert hat – und wie viel doch gleich geblieben ist. Sie schleppen bunte Wasserpistolen, streiten um das größte Handtuch auf der Wiese und lassen sich mit glänzenden Augen die Pommes schmecken. Und ich? Ich sitze daneben, halte mein Eis in der einen und die Sonnenmilch in der anderen Hand – und fühle mich ein bisschen wie früher.

Der Sommer ist keine Jahreszeit. Er ist ein Zustand. Ein Gefühl von Leichtigkeit, von „alles ist möglich“. Wenn schon morgens der Himmel blau ist, wenn die Tage sich in die Abende ziehen, wenn es irgendwann egal ist, ob die Kinder zu spät ins Bett gehen. Wenn wir uns endlich wieder erlauben, weniger zu planen und mehr zu leben.

Vielleicht ist es genau das, was wir gerade so dringend brauchen: ein bisschen weniger Ernst, ein bisschen mehr Limo mit Eiswürfeln. Mehr Picknickdecken auf der Wiese, mehr Sterne zählen im Schlafanzug. Weniger To-do-Listen, mehr Barfußmomente.

Denn so sehr wir oft darüber klagen, wie anstrengend die Ferienzeit sein kann – zwischen Kinderbespaßung und klebrigem Eis auf Autositzen – sind es doch genau diese Momente, die bleiben. Die unser Herz wärmen, wenn der Sommer längst vergangen ist.

Ich wünsche euch einen Sommer voller kleiner Glücksmomente, voller Leichtigkeit, Pommesduft und Freiheit. Und wenn ihr das nächste Mal im Schwimmbad steht, nehmt euch ein paar Minuten, schließt die Augen – und erinnert euch, wie es war, als die Tage endlos schienen.

Eure Dani