Warum wir und unsere Kinder wieder lernen müssen, nichts zu tun: Zwischen Reizüberflutung, Dauerbespaßung und digitaler Ablenkung bleibt kaum Raum für Leerlauf. Warum gerade diese Momente so wichtig sind – für Kreativität, Entwicklung und innere Ruhe – erfahrt ihr in meiner aktuellen Kolumne.

Mendig |

Hand aufs Herz: Wann warst du das letzte Mal so richtig gelangweilt? So richtig – mit Decke anstarren, Wolken zählen und dem Gefühl, dass einfach mal nichts passiert? In einer Welt voller Push-Nachrichten, Reels und WhatsApp-Gruppen ist das kaum noch möglich. Und was bei uns Erwachsenen schon schwierig ist, fällt unseren Kindern noch schwerer.

„Mir ist langweilig“, höre ich regelmäßig, wenn mal kein Programm ansteht. Dabei las ich kürzlich einen spannenden Instagram-Post: Eine Mutter schrieb, ihr 13-jähriges Kind habe noch kein Smartphone – und lebe trotzdem nicht hinterm Mond. Die Diskussion in den Kommentaren war hitzig: Zwischen Bewunderung und „Wie geht das denn?“.

Dabei ist genau das der Punkt. Vielleicht muss auch nicht immer was gehen. Vielleicht ist es sogar wichtig, mal nichts zu tun. Denn Langeweile schafft Raum. Für Kreativität, für Fantasie – oder einfach zum Runterkommen. Ich erinnere mich noch, wie ich als Kind stundenlang Käfer beobachtet oder Kassetten besprochen habe. Nicht für Likes. Einfach so.

Ich will, dass meine Kinder (und ich) das wieder lernen. Dass es okay ist, wenn nicht permanent etwas blinkt, dudelt oder ablenkt. Ich versuche, das vorzuleben: Handy weg, Spaziergang ohne Podcast, Kaffee ohne Insta-Story. Nicht perfekt. Aber bewusst.

Und wenn mein Sohn wieder jammert, dass ihm langweilig ist, antworte ich neuerdings: „Super. Dann kannst du ja endlich mal wieder kreativ werden.“

Mein Reminder zum Schluss:
Leg dein Handy mal für eine Stunde weg. Beobachte, was passiert. Vielleicht nichts. Vielleicht etwas Großartiges.
 

Eure Dani