"Ich bin der letzte Mohikaner", sagt Helmut Mohr. Der 81-Jährige erzeugt seinen Strom selbst aus der Nette.

„Ich bin der letzte Indianer an meinem Strom“, sagt er. Mit dem Strom meint Helmut Mohr die Nette. Außerhalb von Mayen –Hausen lebt er mit seiner Lebensgefährtin, 81 Jahre ist er jung und fühlt sich wohl in der selbst gewählten Einsamkeit, auf seinem 1800 Quadratmeter großen Gelände, wo er den Strom selbst erzeugt mit einer Turbine. Das ist manches Mal ein Kunststück, denn oft ist die Nette so trocken und hat kein Wasser mehr. „Die Nette kann man dann  leer trinken“, sagt er und lacht herzhaft.

Dieser Helmut Mohr, der in Fachbach an der Lahn geboren wurde und der 1949 nach Hausen kam (zwischendurch lebte die Familie einmal kurz auf dem Taubenberg in Mayen) macht den Unterschied zum  ganz normalen aus. Mechaniker hat er gelernt. Und entdeckte seine Liebe für den Schießsport. Bei der St.Sebastianus Bruderschaft Mayen-Hausen, einem 1904 gegründeten Verein, fand er seine sportliche Heimat. Aber er wollte nicht einfach die herkömmlichen und olympischen Disziplinen schießen. Helmut Mohr suchte das Besondere. So entstand Ende der 1960er Jahre im Verein die Abteilung Vorderladerschießen. Und Mohr wurde ein ganz Großer. Zwölfmal wurde er Weltmeister. Die Deutschen Meisterschaften und die Titel auf regionaler Ebene sind kaum zu zählen. Helmut Mohr wurde mit der Sportplakette des Landes, der höchsten rheinland-pfälzischen Sportauszeichnung, geehrt. Und mit vielen anderen Würdigungen. Mayens erfolgreichster Sportler aller Zeiten ist er.

Und noch einen Sieg errang er, der ihm persönlich wichtig war, weniger für die Annalen des Sportes.  Nach 62 Jahren jährlichem Schießen an Fronleichnam auf der Hausener Anlage wurde er vor einigen Jahren zum ersten Mal „Vogelkönig“. Mit dem 183. Schuss. Es ist das Größte im Verein. Das ihm das, dem Weltmeister, so wichtig war, hängt mit seiner großen Liebe zum Verein und seiner Heimat zusammen.

Und geblieben ist die Leidenschaft für das Büchsenmachen. „Ich habe mehrere hundert Büchsen in meinem Leben gemacht“, erzählt er nicht ohne Stolz. Viele Sportler wurden Weltmeister  mit den Büchsen von Helmut  Mohr aus Mayen-Hausen. Das mit dem Büchsenmachen hat ihn immer fasziniert.

Das späte Glück hat er mit seiner Lebensgefährtin gefunden.  Hier draußen am kleinen Strom geht es Helmut Mohr gut.  Büchsen machen und Pistolen, das wird er so lange tun wie es geht.  

Ein großartiger Sportler war er. Und ein Riesentyp ist er. Einfach, unkompliziert, ehrlich, herb und liebenswert. So wie sie sind, die Menschen da draußen an dem Fluss, der oft kein Wasser mehr hat.