Der Vatikan hat Pater Dr. Mauritius Wilde (OSB) zum neuen Abt der Benediktinerabtei Maria Laach ernannt. Das Kloster wurde im Jahr 1093 gegründet und gilt sowohl als geistliches Zentrum als auch als touristisches Ziel. Die Entscheidung wurde am Freitag, 3. Oktober, vom Ordensdikasterium in Rom bekannt gegeben.

Maria Laach |

Der 59-jährige Wilde stammt aus Hildesheim und war seit 2016 Prior in der Primatialabtei Sant’Anselmo in Rom. Dort lehrte er auch als Professor für Theologie. Zuvor leitete er von 1999 bis 2010 den Vier-Türme-Verlag, war anschließend Prior in Schuyler (Nebraska, USA) und veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt „Der Mönch in Dir – Ein Weg zu Gelassenheit und Loslassen“.

Pater Maximilian Krenn wird neuer Prior

Parallel zur Ernennung Wildes bestimmte das Ordensdikasterium auch Pater Maximilian Krenn (56) zum Prior in Maria Laach. Der gebürtige Wiener trat 1988 in das Stift Göttweig ein, wo er in verschiedenen Funktionen tätig war – unter anderem als Prior, Novizenmeister und Leiter des Exerzitienhauses. Von 2017 bis 2020 war er Administrator des Benediktinerstifts St. Paul in Kärnten und wirkt derzeit als Superior im Kloster Raigern in Mähren.

Offizielle Einführung am 6. Oktober

Die neue Leitung wurde am Freitag dem Konvent vorgestellt, der derzeit aus 25 Benediktinern besteht. Seit 2014 war die Abtei ohne festen Abt und wurde zuletzt kommissarisch von Pater Petrus Nowack geführt. Am Montag, 6. Oktober, werden Wilde und Krenn im Kapitelsaal offiziell in ihre Ämter eingeführt. Anschließend folgt ein Empfang in der Klosterkirche mit festlichem Glockengeläut und Gesang.

Hintergrund: Visitation und Zukunftspläne

2020 hatte die Ordenskongregation eine Apostolische Visitation nach Maria Laach veranlasst. Die Visitatoren, Bischof em. Gregor Maria Hanke und Abt Barnabas Bögle, entwickelten gemeinsam mit dem Vatikan Lösungsvorschläge für die Abtei. Mit der neuen Führungsspitze sollen diese nun umgesetzt werden.

Wirtschaftsbetriebe und Klosteralltag

Zur Abtei Maria Laach gehören zahlreiche Einrichtungen, darunter ein verpachtetes Klostergut, touristische Angebote am Laacher See, das Seehotel, eine Gärtnerei, ein Buch- und Kunstverlag sowie verschiedene Handwerksbetriebe. Seit 2023 unterstützt ein Klösterlicher Wirtschaftsrat die nachhaltige Entwicklung der Abtei. Die Mönche treffen sich täglich zu fünf Gebetszeiten in der Klosterkirche, einer dreischiffigen Pfeilerbasilika mit sechs Türmen, die das Zentrum der Klosteranlage bildet.