Nach dem historisch schwachen Vorjahr melden die Betriebe von Perl bis Koblenz eine deutlich höhere Traubenmenge – und sind auch mit der Qualität zufrieden.

Mosel-Region |

Die Winzer im Anbaugebiet Mosel blicken in diesem Herbst auf eine spürbar größere Ernte. Laut dem Verein Moselwein wird die Gesamtproduktion auf rund 780.000 Hektoliter (78 Mio. Liter) geschätzt. Das entspricht +11 % gegenüber der durchschnittlichen Erntemenge der vergangenen zehn Jahre. Zum Vergleich: 2024 lag die Schätzung bei rund 510.000 Hektolitern – der niedrigsten Menge seit 50 Jahren.

Früheste Lese seit Beginn der Aufzeichnungen

Auffällig ist der ungewöhnlich frühe Abschluss der Weinlese: In vielen Betrieben war der neue Jahrgang bereits Anfang Oktober im Keller – so früh wie noch nie im fünftgrößten Weinbaugebiet Deutschlands, teilt der Verein weiter mit.

Qualität: Vom trockenen QbA bis zur Trockenbeerenauslese

Auch qualitativ zeigt sich die Mosel vielseitig. Die Erzeuger berichten von einem breiten Spektrum, das von trockenen Qualitätsweinen bis zu edelsüßen Beeren- und Trockenbeerenauslesen reicht. Damit verspricht der Jahrgang sowohl für Alltagsweine als auch für Liebhaber edelsüßer Raritäten interessante Optionen.

Region und Struktur des Anbaugebiets

Das Weinbaugebiet Mosel bewirtschaftet rund 8.400 Hektar Rebfläche. Die Weinberge erstrecken sich entlang der Mosel von Perl (Saarland) bis Koblenz sowie an den Unterläufen von Saar, Ruwer und Sauer. Über 98 % der Fläche liegen in Rheinland-Pfalz.

Ausblick

Nach dem schwierigen Vorjahr sorgt die größere Erntemenge für Entspannung bei den Beständen und mehr Auswahl im Handel. Mit dem frühen Lesetermin und den stabilen Qualitäten sind die Voraussetzungen gut, dass der Jahrgang sowohl gastronomisch als auch exportseitig Akzente setzen kann.

Zahlen & Fakten (auf einen Blick)
  • Gesamtproduktion 2025: ca. 780.000 hl

  • Gegenüber 10-Jahres-Mittel: +11 %

  • Vorjahr: ca. 510.000 hl (kleinste Menge seit 50 Jahren)

  • Erntezeitpunkt: vielerorts Anfang Oktober abgeschlossen

  • Fläche: 8.400 ha (Mosel, Saar, Ruwer, Sauer)

  • Lage: >98 % der Rebflächen in Rheinland-Pfalz