Siebtklässler der Kinzing Schule Neuwied haben in Heddesdorf und der Innenstadt 102 Stolpersteine gereinigt. Die Aktion verband praktisches Engagement mit eindrucksvoller Erinnerungsarbeit.

Neuwied |

Die Kinzing Schule Neuwied hat im Rahmen des bundesweiten Aktionstags „Schüler helfen Leben“ ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Teilnehmende Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen reinigten insgesamt 102 Stolpersteine in Heddesdorf und der Neuwieder Innenstadt.

Die kleinen Gedenksteine erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Während der Reinigungsaktion erfuhren die Jugendlichen mehr über die Schicksale der Opfer, denen die Steine gewidmet sind. Die persönlichen Geschichten machten die Folgen der grausamen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten für die Schülerinnen und Schüler greifbarer.

Erinnern durch eigenes Handeln

Als Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ nutzte die Schulgemeinschaft bereits zum vierten Mal den Sozialen Tag gegen Rassismus als Anlass für die Aktion. Damit verbindet die Schule historisches Lernen mit aktivem Einsatz im öffentlichen Raum.

Organisiert wird das Kooperationsprojekt zwischen dem Deutsch Israelitischen Freundeskreis und der Kinzing Schule federführend von Schulsozialarbeiter Marco Schneider. Er zieht eine positive Bilanz: „Sowohl die begleitenden Lehrpersonen als auch die teilnehmenden Jugendlichen geben eine durchweg positive Rückmeldung zum Projekt.“

Auch künftig möchte die Schulgemeinschaft dieses Engagement fortführen. Für die Beteiligten steht fest: Die Pflege der Stolpersteine ist mehr als eine Reinigungsaktion. Sie ist ein sichtbares Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und Menschlichkeit.