Der Zoo Neuwied freut sich über ein neues Gesicht im Raubtierrevier: Bereits Mitte April ist Gepardin Rosi in den größten Zoo von Rheinland-Pfalz eingezogen. Das junge Weibchen wurde im September 2024 im Allwetterzoo Münster geboren und soll künftig zusammen mit dem neun Jahre alten Gepardenkater Sikio für Nachwuchs sorgen. Sikio lebt bereits seit 2019 in Neuwied.
Für das Zoo-Team ist Rosis Ankunft ein wichtiger und hoffnungsvoller Schritt. Im vergangenen Herbst musste der Zoo gleich zwei schmerzhafte Verluste verkraften: Kater Chomo und Gepardin Lianne wurden aufgrund verschiedener Krankheitsbilder eingeschläfert. Nach diesem schweren Jahr richtet sich der Blick nun wieder nach vorn.
Geparden brauchen Abstand und Geduld
Ganz so einfach wie bei manchen anderen Tierarten ist die Vergesellschaftung von Geparden allerdings nicht. Die Tiere können nicht dauerhaft zusammengehalten werden, da ihr natürliches Sozialverhalten besondere Anforderungen stellt. „Bei Geparden ist es so, dass die Weibchen Einzelgängerinnen sind, die ein festes Revier haben, während die Männchen allein oder im Bruderverband umherstreifen. Trifft ein Kater auf eine Katze, kommt es zunächst zu einer Verfolgungsjagd. Nur wenn er sie einholt, kommt es zur Paarung. Diese Jagd ist ein natürlicher Fitnesstest, ohne sie bekommt die Katze gar keinen Eisprung“, erklärt Katharina Meise, Tierpflegerin im Raubtierrevier.
Deshalb lebt Rosi zunächst auf einer eigenen Anlage. Bevor sie und Sikio zusammengeführt werden, müssen sich beide erst hören, sehen und riechen können. Erst wenn gegenseitiges Interesse erkennbar ist, dürfen Kater und Katze gemeinsam auf eine Anlage. „Rosi lebt sich sehr gut ein. Das Umsperren klappt mittlerweile problemlos, auch wenn sie dabei durchaus ihren eigenen Kopf hat und manchmal ein wenig zickig sein kann“, berichtet Meise schmunzelnd.
Hoffnung auf Nachwuchs in Neuwied
Die letzte erfolgreiche Gepardennachzucht im Zoo Neuwied gelang im Jahr 2011. In den vergangenen Jahren passten die jeweiligen Tiere nicht ausreichend gut zueinander. Mit der jungen Rosi und dem erfahrenen Sikio hofft das Zoo-Team nun auf bessere Voraussetzungen für die Erhaltungszucht der bedrohten Raubkatzen.
Ob es tatsächlich bald Nachwuchs im Gepardenrevier geben wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber schon jetzt: Rosi hat sich in Neuwied gut eingelebt und sorgt bei Team und Besuchern für neue Spannung im Gepardenrevier.
