In Neuwied wächst die Zusammenarbeit in der Wohnungslosenhilfe. Beim ersten Netzwerkforum im Schöppche 2.0 kamen zahlreiche Akteure zusammen, um neue Angebote, kurze Wege und bessere Perspektiven für Menschen in Not zu entwickeln.

Neuwied |

Für die Obdachlosen und Wohnungslosenhilfe in der Deichstadt ist das Schöppche 2.0 ein wichtiger Gewinn. Im März wurde die moderne Tagesstätte in der Heddesdorfer Straße 5 im Innenhof der Neuwieder Caritas eröffnet. Möglich wurde das Projekt durch das großzügige Engagement der Wirtgen Stiftungen. Nun diente der neue Ort erstmals als Treffpunkt für ein breites Netzwerkforum der Wohnungslosenhilfe in Stadt und Kreis Neuwied.

Netzwerk soll Hilfe erleichtern

Ziel des Treffens war es, vorhandene Kräfte zu bündeln, Ressourcen besser zusammenzuführen und die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg weiter zu stärken. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie betroffene Menschen schneller, unkomplizierter und verlässlicher Zugang zum Hilfesystem erhalten können. Gleichzeitig soll das Thema Obdachlosigkeit stärker sichtbar gemacht und aus der Tabuzone geholt werden.

Neuwieds Bürgermeister Peter Jung hatte die Schirmherrschaft für das Netzwerkforum übernommen und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Besonders hob er den Einsatz der Wirtgen Stiftungen hervor. „Wir wollen bei der Wohnungslosenhilfe die Menschen in den Mittelpunkt rücken, die leider nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, machte Jung deutlich. Das Treffen sei ein wichtiger erster Schritt in einem längeren Prozess, der die Hilfsangebote in der Deichstadt weiter verbessern soll.

Auch Daniel Wichmann, Leiter der Wirtgen Stiftungen, zeigte sich bewegt von der Entwicklung des Projekts. Die Eröffnung des Schöppche 2.0 sei ein besonderer Meilenstein gewesen. „Die Wirtgen Stiftungen setzen sich seit mittlerweile fünf Jahren für verschiedene Projekte in der Obdachlosenhilfe ein. Für uns alle, auch für die Wirtgen Brüder, ist das längst zu einer absoluten Herzensangelegenheit geworden“, sagte Wichmann.

Ideen für konkrete Angebote

Olga Scott und Anna Pinsdorf vom Team der Neuwieder Caritas stellten den Teilnehmenden die neue Tagesstätte sowie das Betriebskonzept vor. Die Caritas betreibt das Schöppche 2.0 mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Kräfte. Bei einer Führung erhielten jene, die das Gebäude noch nicht kannten, einen Eindruck von den modernen und funktionalen Räumen.

Anschließend arbeiteten zwei Gruppen daran, welche Angebote künftig im Schöppche 2.0 stattfinden könnten und wie die beteiligten Einrichtungen noch enger zusammenarbeiten können. Die Vorschläge reichten von niedrigschwelligen Sprechstunden über Kreativangebote und Seelsorge bis hin zu einfachen Kooperationen mit Behörden, etwa um Anträge und Bewilligungsprozesse für Betroffene zu erleichtern.

Für Olga Scott stand am Ende des Treffens fest: „Mit dem Schöppche 2.0 sind nicht nur zusätzliche Räume entstanden, sondern auch neue Möglichkeiten für Begegnung, Beratung und Kooperation. Diese Möglichkeiten wollen wir gemeinsam nutzen.“

Am ersten Netzwerkforum Wohnungslosenhilfe beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter von Caritas, Franziskaner Mobil, Wirtgen Stiftungen, Polizeiinspektion Neuwied, Pastoraler Raum Neuwied, Kreissozialamt sowie dem städtischen Sozial und Ordnungsamt.