Wegen sinkender Wasserstände und hoher Temperaturen bittet der Kreis Mayen-Koblenz die Bevölkerung, derzeit kein Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen. Besonders kleinere Gewässer stehen unter Druck.

Mayen-Koblenz |

Im Kreis Mayen-Koblenz macht sich die anhaltende Trockenheit zunehmend bemerkbar. Nach den Folgen der jüngsten Hitzewelle reagieren die Behörden nun mit einem eindringlichen Appell: Bürgerinnen und Bürger sollen aktuell vollständig darauf verzichten, Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen.

Hintergrund sind deutlich sinkende Wasserstände und stark erhöhte Temperaturen in vielen kleineren Gewässern. Nach Angaben der Unteren Wasserbehörde führen einige Bäche bereits nur noch sehr geringe Wassermengen, andere sind stellenweise nahezu ausgetrocknet. Die Hitze verschärft die Lage zusätzlich und setzt den empfindlichen Ökosystemen erheblich zu.

Auch kleine Mengen können schaden

Die Behörde weist darauf hin, dass bereits kleinere Wasserentnahmen mit Gießkanne oder Eimer Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen haben können. Deshalb werde dringend darum gebeten, derzeit auch auf geringe Mengen zu verzichten, selbst wenn diese unter normalen Bedingungen erlaubt wären.

Das Abpumpen oder Aufstauen von Wasser aus Gewässern bleibt ohne entsprechende Genehmigung ohnehin untersagt. Die Kreisverwaltung will die Entwicklung der Wasserstände weiter genau beobachten und bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen prüfen.

Angespannte Lage auch in Nachbarkreisen

Auch im benachbarten Rhein-Hunsrück-Kreis ist die Situation angespannt. Dort gelten bereits strengere Regelungen. Seit Ende Juni ist ein Wasserentnahmeverbot in Kraft. Die Behörden haben verstärkte Kontrollen angekündigt und weisen darauf hin, dass Verstöße mit Bußgeldern geahndet werden können.

Langfristig setzen die Verantwortlichen zudem auf vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Gewässer. Grundstückseigentümer können sich unter anderem zur Bepflanzung von Uferbereichen beraten lassen. Schattenspendende Baumarten wie Weiden oder Erlen können dazu beitragen, die Erwärmung von Bächen und Flüssen künftig zu verringern.