Schlechte Nachrichten für Fußgänger und Radfahrer: Der Weg am Nordhang der Karthause unterhalb von Fort Konstantin bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Grund ist akute Steinschlaggefahr. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehrere Mauerabschnitte stark beschädigt sind und dringend saniert werden müssen.

Koblenz |

Akute Gefahr am Nordhang der Karthause

Bei derzeit laufenden Arbeiten am Nordhang unterhalb des Forts Konstantin wurde eine akute Steinschlaggefahr festgestellt. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen ließ Industriekletterer den Felsen freischneiden, um den Zustand der Mauer zu prüfen. Dabei zeigte sich: Die Schäden sind größer als erwartet.

„Erste Ausbrüche im Felsen und Risse im Verblendmauerwerk machten bereits Handlungsbedarf deutlich“, so die Verantwortlichen. Nach der Freilegung untersuchten ein Statiker und ein Baugeologe die Hangpartie. Besonders ein mittlerer Mauerabschnitt gilt als stark gefährdet und stellt derzeit die größte Gefahr dar.

Sicherungsnetz soll noch 2025 angebracht werden

Bis auf Weiteres bleibt der Weg unpassierbar. Noch in diesem Jahr soll ein großflächiges Sicherungsnetz installiert werden, um weiteren Steinschlag zu verhindern. Erst danach kann die Sperrung voraussichtlich aufgehoben werden.

Im kommenden Jahr ist eine umfassende Sanierung der betroffenen Mauerabschnitte geplant. Dabei sollen beschädigte Bereiche erneuert, Anker eingesetzt und die Fugen instand gesetzt werden. Ziel ist es, die Stabilität dauerhaft zu sichern – auch, um zu verhindern, dass größere Gesteinsbrocken auf die darunterliegende Simmerner Straße stürzen.

Weitere Arbeiten am Kehlturm notwendig

Auch im Bereich des Kehlturms besteht Handlungsbedarf. Eine hohe Stützmauer, die in den Felsen übergeht, weist ebenfalls Schäden auf. Zudem lagern auf einer Terrasse oberhalb des Mauerkopfes größere Mengen Schutt, die bei den seilgestützten Arbeiten in Bewegung geraten könnten.

Um das Risiko zu minimieren, werden Teile der Sanierung in der kommenden Woche zusätzlich mit einem Hubsteiger durchgeführt.

Weg bleibt vollständig gesperrt

Die Sperrung betrifft den gesamten Fuß- und Radweg zwischen dem Bahnhof und der Höhe der ehemaligen Fußgängerbrücke über die Simmerner Straße – einschließlich des Zugangs zum Fastnachtsmuseum. Eine Aufhebung ist erst möglich, wenn die Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen sind.

 
Teil des Projekts „Festungsstadt Koblenz“

Die Untersuchung des Hanges ist Bestandteil des Projekts „Festungsstadt Koblenz“. Mit Unterstützung des Bundesförderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ wurde ein Instandsetzungskonzept für das Fort Großfürst Konstantin in Auftrag gegeben.

Das Konzept umfasst neben der Gebäudediagnose auch die Analyse der Mauerflächen und Felsbereiche unterhalb des Forts. Die Ergebnisse sollen künftig eine wichtige Grundlage für Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen gefährdeter Partien im Festungsareal liefern.