Beim Stein- und Burgfest vom 10. bis 13. September wird die Geschichte Mayens lebendig. Unter dem Motto „Handwerk zum Anfassen“ zeigen traditionelle Gewerke auf dem Marktplatz, wie eng die Stadt seit Jahrhunderten mit handwerklichem Können verbunden ist. In diesem Jahr gibt es zudem ein besonderes Jubiläum zu feiern.

Mayen |

Wenn Funken sprühen, der Hammer auf den Amboss trifft und Schieferplatten fachgerecht bearbeitet werden, steht beim Stein- und Burgfest das traditionelle Handwerk im Mittelpunkt. Die „Hämmerzunft zu Mayen“ präsentiert auf dem Marktplatz historische Arbeitsweisen und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, den Handwerkerinnen und Handwerkern direkt über die Schulter zu schauen.

Geschichte wird dabei nicht nur erzählt, sondern unmittelbar erlebbar. Die Gäste können Fragen stellen und beobachten, wie aus jahrhundertealtem Wissen, Erfahrung und Geschick besondere Werkstücke entstehen.

Zunftbaum feiert 25-jähriges Bestehen

Ein besonderer Anlass prägt das diesjährige Stein- und Burgfest. Der Zunftbaum vor dem Rathaus besteht seit 25 Jahren. Er wurde auf Initiative des damaligen Ehrenzunftmeisters Aloys Krämer errichtet und erinnert mit seinen kunstvoll gestalteten Zunftzeichen an die zahlreichen Gewerke, die Mayen über Generationen hinweg geprägt haben.

Die Verbindung zwischen Mayen und dem Handwerk reicht weit zurück. Nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs waren es insbesondere Handwerker, die mit Fachwissen und großem Einsatz maßgeblich zum Wiederaufbau der Stadt beitrugen.

Noch älter ist die Tradition der Steinbearbeitung. Aufgrund der vulkanischen Landschaft entwickelte sich die Region bereits seit der Römerzeit zu einem bedeutenden Standort des Basaltabbaus. Mayener Basalt wurde weit über die Region hinaus genutzt und unter anderem zu Mühlsteinen, Baumaterialien und kunstvollen Arbeiten verarbeitet.

Auch der Schieferabbau gehört zur Geschichte der Eifel. Bis heute bewahren Dachdecker mit traditionellen Techniken der Schieferdeckung regionales Wissen und handwerkliche Fähigkeiten.

Von Schmiedekunst bis Goldschmiedearbeit

Beim Stein- und Burgfest zeigen auch zahlreiche weitere Gewerke ihr Können. Schmiede formen glühenden Stahl, Drechsler fertigen individuelle Stücke aus Holz und Goldschmiede verbinden Präzision mit Kreativität. Kunsthandwerker demonstrieren zugleich, dass traditionelle Techniken auch in der Gegenwart ihren festen Platz haben.

Das Fest richtet den Blick deshalb nicht ausschließlich in die Vergangenheit. Das Handwerk steht auch heute für Ausbildung, Qualität, Innovation und regionale Wertschöpfung. Zugleich ist es ein wichtiger Teil der Identität Mayens.

Wer das Stein- und Burgfest besucht, erlebt damit weit mehr als historische Vorführungen. Das Fest gibt einen Einblick in die Wurzeln einer Stadt, deren Entwicklung über viele Jahrhunderte hinweg von Handwerkerinnen und Handwerkern entscheidend mitgestaltet wurde.