Tropenwärme statt Herbstblues: Der Zoo Neuwied lockt mit der Prinz Maximilian zu Wied-Halle ganzjährig in die Welt Südamerikas. Rund 20 Arten, spannenden Zuchterfolgen und einigen überraschenden Tier-Vorlieben sind zu sehen..

Neuwied |

Tropenhaus als Antwort auf die Zoosaison

Wenn die Temperaturen fallen, bleiben Zoos oft leerer. „Diese Saisonalität erleben alle Zoos“, sagt Jasmin Kuckenberg, stellvertretende Direktorin des Zoo Neuwied. Die Lösung: großzügige Tierhäuser, die auch in der kühlen Jahreszeit nahen Kontakt zu tropischen Arten ermöglichen.

Die „Prinz-Max“-Halle: Südamerika unter einem Dach

Mit der Prinz Maximilian zu Wied-Halle hat der Zoo Neuwied ein Herzstück geschaffen: Rund 20 südamerikanische Tierarten finden hier ganzjährig passende Bedingungen. Das zeigt Wirkung: „Die Halle ist seitdem eines unserer Highlights“, so Kuckenberg. Im Jahr nach der Eröffnung stieg die Zahl der Jahreskarten um rund 25 %.  Das werten die Zoo-Verantwortlichen als ein deutliches Signal, dass sich Zoobesuche auch im Herbst und Winter lohnen.

Stabiler Bestand und Nachwuchs-Erfolge

Zoologisch ist das Haus ebenfalls ein Gewinn. Der Großteil der Tiere lebt seit der Eröffnung im Sommer 2018 in den neuen Anlagen, davon viele mit erfolgreicher Nachzucht.

  • Totenkopfäffchen und Zwergmaras sorgten bereits kurz nach dem Einzug und seitdem regelmäßig für Nachwuchs.

  • Bei den Nachtaffen brauchte es eine neue Konstellation, bevor es klappte.

  • Besonders knifflig waren die Pakas: „Sie leben tagsüber einzelgängerisch, brauchen aber nachts Nähe, um eine Bindung aufzubauen“, erklärt Kuckenberg. Nach mehreren Anläufen führt die Gruppe inzwischen „ein fruchtbares Familienleben“, wobei Tipps von erfahrenen Züchtern halfen.

Wenn Pläne auf Tier-Persönlichkeiten treffen

Nicht alles lief wie am Reißbrett:

  • Sumpfmeerschweinchen wichen Felsenmeerschweinchen, Die sind ähnlich im Look, aber aktiver und kletterfreudiger.

  • Tapire ignorieren das eigens vorgesehene „Toiletten-Becken“ und nutzen lieber das Badebecken.

  • Faultier Lento verschmähte das aufwändige Astgerüst und bewegt sich lieber über Stahlträger und Lüftungsrohre. Kuckenberg nimmt’s gelassen: „Solange sie sich wohlfühlen, dürfen sie selbst entscheiden.“

Wärmender Tipp für graue Tage

Gerade in den Wintermonaten lädt die Halle zum Aufwärmen ein. Praktisch: Im Nachttierbereich gewöhnen sich die Augen bei trübem Wetter schneller an die gedämpften Lichtverhältnisse.

Blick nach vorn: Wunsch nach Faultiernachwuchs

Und wie geht’s weiter? „Wenn alles gut läuft, bekommt Lento irgendwann wieder eine Partnerin“, sagt Kuckenberg. Faultiernachwuchs fehlt bislang noch in der Erfolgsgeschichte der „Prinz-Max“-Halle, aber das wird vielleicht das nächste Kapitel im südamerikanischen Wintermärchen des Zoo Neuwied.