Sarah Kamarah (blaues Trikot), hier im Angriff gegen den Block der Saarländerinnen, wurde zur Spielerin des Tages gewählt. (Foto: Eckhard Schwabe)

Arbeitssieg für Deichstadtvolleys

Mit 3:0 Sätzen (19, 15, 18) nach 64 Minuten besiegten die Deichstadtvolleys ihre Gäste aus dem Saarland standesgemäß. Dirk Groß nutzte ab dem 2. Satz die Chance, Aufstellungsvarianten zu erproben. Die proWin Volleys mussten heute auf einige Spielerinnen verzichten, insbesondere ihre etatmäßige Zuspielerin Tesa und ihre kanadische Angreiferin Donaghy, die zu den Topscorerinnen der Liga zählt, so dass Dirk Groß, wie er vor der Partie verriet, gespannt darauf war, wie sich Holz umorganisieren würde. Beide Fehlenden wurden jedoch so gut vertreten, dass sich trotz des klaren Endergebnisses kein einseitiges Spiel entwickelte.
Der Neuwieder Cheftrainer vertraute zunächst der Mannschaft, die vor einer Woche in Bad Soden überzeugt hatte, also wieder mit Kaya Schulz für die unter der Woche erkrankte Hannah Dücking. Zu Beginn der Partie ließ Neuwied keinen Zweifel daran, dass man nicht gewillt war, über den späteren Sieger zu diskutieren und zeigte sofort alle Waffen: Starkes Aufschlagspiel, sichere Blocks, gut organisierte Abwehrarbeit und schnell herausgespielte Angriffe über alle Positionen. Ehe es sich Holz versah, war mit 8:2 die erste technische Auszeit erreicht und ein rasches Ende des Volleyballabends zeichnete sich bereits ab. Dass es nicht so kam, war dem TV Holz zu verdanken, der nun über den Kampf immer besser ins Spiel fand. Die Deichstadtvolleys ließen in der Konzentration nach, Eigenfehler im Block oder bei der Angriffsverwertung häuften sich etwas, so dass Holz bis zum 16:11 aufholte und so Dirk Groß zu einer Auszeit nötigte. Die Deichstadtvolleys gaben die Partie aber nie aus der Hand, so dass ein As von Isabelle Marciniak schließlich den Satz mit 25:19 beendete.
Im zweiten Satz setzten die Deichstadtvolleys die solide Leistung aus der Endphase des ersten Durchgangs fort. Vor allem gelang es, Holz mit guten Aufschlägen unter Druck zu setzen und mit Schnellangriffen über die Mitte und 2. Bälle durch Isabelle Marciniak zum Erfolg zu kommen. Holz zeigte sich kampfstark, Neuwied dominierte, drohte aber, in der Routine zu erstarren. Bei einer 23:13-Führung wechselte Dirk Groß die Regisseurin aus: Isabelle Marciniak übergab an Youngster Anne Hauck, der Satz endete kurz darauf mit 25:15 für Neuwied.
Die 18-Jährige führte auch im 3. Durchgang Regie. „Ich hatte im Sinn, dass der Rest der Truppe mehr Pep entwickelt, um Anne bei ihrer Aufgabe zu helfen“, gestand er nach der Partie. So entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel bis zum 10:10, man merkte den Neuwiederinnen an, dass sich alle in die neuen Gegebenheiten einfinden mussten. Kurz zuvor hatte Groß noch Hannah Dücking ihr Comeback ermöglicht. „Die Saison ist noch lang und wir müssen uns in der enger gewordenen Personalsituation darauf einstellen, auf Ausfälle flexibel reagieren zu können“, gab der Trainer Einblick in seine mittelfristigen Planungen. Seine Mannschaft nahm die Herausforderungen an und arbeitete sich durch den Satz. Bis zum 20:18 konnte sich keines der Teams einen entscheidenden Vorsprung erarbeiten, doch dann zogen die Deichstadtvolleys ihre wieder entscheidende Trumpfkarte: mentale Stärke in der satzentscheidenden Phase, der „Crunchtime“. Die nächsten Ballwechsel kannten dank starker Aufschläge durch Sarah Kamarah nur einen Sieger. Hannah Dücking schließlich blieb es vorbehalten, gleich den ersten Matchball zum 25:18 zu verwandeln.
Gästetrainer Frederik Scheller wählte diesmal die in Abwehr, Block und Angriff routiniert und abgeklärt spielende Diagonalangreiferin Sarah Kamarah  zur Spielerin des Tages.
Gleich am nächsten Samstag geht es weiter, in einem Nachholspiel aus der Hinrunde treffen die Deichstadtvolleys um 19 Uhr in der Rhein-Wied-Halle auf den Allianz MTV Stuttgart II. Wie schon gewohnt wartet ein Livestream unter www.sporttotal.tv/ma4dae89d5 auf die Neuwieder Fans.

Die Deichstadtvolleys: Church, Marciniak, Henning, Brown, Anderson, Hauck, Dücking, Kamarah, Guillermard, Schulz, Bösling; Trainer: Dirk Groß, Ralf Monschauer

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