Mitten ins Herz der Stadt zieht die große Theaterbühne im nächsten Jahr um. Vor die Herz-Jesu-Kirche. Es erinnert ein wenig an die Nibelungenfestspiele in Worms. Und auch die Tatsache, dass der große Mario Adorf den Wormser Festspielen über Jahre internationalen Glanz gab, passt zu Mayen, der Stadt, in der Adorf aufwuchs, zur Schule ging, Abitur machte und in die er regelmäßig zurückkehrt. Jetzt ist Mario Adorf 95 und wird im nächsten Jahr seine geliebten Mayener Burgfestspiele wie einst in Worms wieder vor einer Kirche erleben können, einer zudem, an die er so viele Erinnerungen hat.
Großes will Intendant Alexander May 2026 auf der Bühne vor Herz-Jesu inszenieren. Das Familienstück „Die Bremer Stadtmusikanten“, Shakespeares „Was ihr wollt“ und Mozarts „Zauberflöte“. Ein wenig abseits, aber nur geografisch, gibt es im Arresthaus die bittersüße Komödie „Achtsam morden“ und das 2025er Erfolgsstück „Der Sterngarten“.
„Heimat los“ ist das passende Motto für das nächste Festspieljahr. Und doch sind die Burgfestspiele nicht heimatlos, sie orientieren sich nicht einmal neu, notgedrungen finden sie nur einen neuen Platz. Für zwei Jahre, mit Blick auf die Burg, ihre gelebte Theaterfaszination im Gepäck und den Drang nach flirrender Theateratmosphäre kaum 100 m weiter tragend.
Dass dieser Umzug der Burgfestspiele so viele Gespräche und Gedanken anregt, zeigt den wirklichen Wert dieses Theaterfestivals. Mayens Burgfestspiele verzaubern lange schon weit über die Eifelregion hinaus.
