Weltfrauentag, Equal Pay Day – und noch immer keine echte Gleichberechtigung. Frauen leisten mehr, verdienen weniger. Warum feiern wir Männer für Care-Arbeit, während sie bei Frauen als selbstverständlich gilt? Zeit, alte Muster zu hinterfragen!

Mendig |

Am 8. März war Weltfrauentag, am 7. März Equal Pay Day. Zwei Tage, die mich jedes Jahr zum Nachdenken bringen. Wie kann es sein, dass Frauen auch heute noch in so vielen Bereichen benachteiligt sind? In einem modernen Land wie Deutschland, in dem Gleichberechtigung gesetzlich verankert ist, verdienen Frauen im Schnitt weniger als Männer. Wenn Väter sich aktiv um Haushalt und Kinder kümmern, werden sie gefeiert. "Ach, ist das toll, dass dein Mann dir hilft!" Für Frauen ist es hingegen selbstverständlich, diese Arbeit zu erledigen – unbezahlt und oft unsichtbar.

Schon in unserer Kindheit werden Rollenbilder geprägt, die dieses Ungleichgewicht zementieren. Mädchen sollen hübsch aussehen, brav sein, sich nicht schmutzig machen. Jungs werden gelobt, wenn sie mutig sind, hoch klettern, die Welt erobern. Natürlich passiert das oft unbewusst. Auch ich ertappe mich dabei, alte Muster zu bedienen. Weil sie tief in uns verankert sind, seit Generationen. Weil wir in einem Patriarchat leben – in einer Welt, die über Jahrhunderte von Männern gestaltet wurde.

Aber genau hier beginnt die Chance für Veränderung: im Bewusstsein. Wenn wir hinterfragen, wie wir mit Kindern sprechen, welche Erwartungen wir an Frauen und Männer haben. Wenn wir nicht einfach akzeptieren, dass Männer als Versorger und Frauen als Kümmerer gesehen werden. Wenn wir Männer ermutigen, ihre Gefühle zu zeigen, und Frauen darin bestärken, ihre Meinung laut zu vertreten. Wenn Eltern sich gemeinsam für Kinder entscheiden und Verantwortung teilen – ohne, dass einer von beiden sich rechtfertigen muss.

Ich wünsche mir eine Welt, in der es keine Rolle spielt, ob man als Mädchen oder Junge geboren wird. In der jeder Mensch die gleichen Chancen hat, die gleichen Möglichkeiten. Eine Welt, in der Care-Arbeit wertgeschätzt wird, nicht als "Hilfe" angesehen. In der wir uns gegenseitig unterstützen, statt alte Glaubenssätze zu wiederholen. Ich versuche, diesen Gedanken in meiner Erziehung weiterzugeben. Es gelingt mir nicht immer, aber jeder bewusste Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Veränderung braucht Zeit. Aber sie beginnt mit uns.

Eure Dani