In den Anfangsjahren wurden die Ehrenamtlichen des Vereins noch belächelt, wenn sie sich für Katzenrettungen oder Kastrationen einsetzten. Katzen galten damals vor allem als Nutztiere und waren leicht erhältlich. Pflegestellenleiterin und zweite Vorsitzende Ingrid Haberscheidt erinnert sich an eine Zeit, in der überzählige Katzen in Wasserfässern oder Jauchegruben landeten.
Haustier Nummer eins – aber längst kein Paradies
Heute ist die Katze das beliebteste Haustier in Deutschland. Doch trotz besserer Haltungsbedingungen in vielen Haushalten bleibt das Problem der verwilderten und ausgesetzten Tiere bestehen. Besonders vor Ferienzeiten verzeichnen Tierheime viele Abgaben.
Katzenflut durch fehlende Kastration
Eines der Hauptprobleme ist weiterhin die unkontrollierte Vermehrung. Nicht kastrierte Elterntiere sorgen regelmäßig für eine große Zahl an Katzenwelpen, die Tierheime stark belasten. Tierschützer sind vor allem in den warmen Monaten mit einer regelrechten Flut von Jungtieren konfrontiert.
Statussymbol auf vier Pfoten – und später im Tierheim
Zunehmend beobachten die Ehrenamtlichen auch ein anderes Phänomen: Rassekatzen gelten vielen Menschen als Statussymbol. Nach dem ersten Reiz wird das Tier jedoch häufig abgegeben. Die Folge: Auch in den Räumen der Katzenhilfe Neuwied finden sich immer häufiger Rassekatzen, die einst als „Modekatzen“ galten.
Probleme durch Zucht und Onlinehandel
Der Handel mit vermeintlichen Rassekatzen über das Internet stellt ein weiteres Problem dar. Neben Hobbyzuchten – oft mit engen verwandtschaftlichen Beziehungen der Elterntiere – gibt es auch kriminelle Strukturen, die Katzen unter schlechten Bedingungen im Ausland „produzieren“. Diese Tiere werden anschließend mit gefälschten Papieren im Internet verkauft. Die Folge sind oft kranke Katzen, die nie tierärztlich behandelt wurden.
Klare Botschaft der Tierschützer
Die Katzenhilfe rät klar: Katzen, insbesondere Rassekatzen, gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. Wer günstige Angebote wahrnimmt, trägt möglicherweise ungewollt zur Verschärfung der Problematik bei.
Erfolge durch Kastrationsverordnungen und Spendenbereitschaft
Als positiv bewerten die Tierschützer Kastrationsverordnungen, die in vielen Kommunen eingeführt wurden. Auch wenn deren Wirkung Zeit brauche, gelten sie als effektivstes Mittel gegen unkontrollierte Vermehrung. Zusätzlich ermögliche die anhaltende Spendenbereitschaft der Bevölkerung die Fortführung der Arbeit.
100 Ehrenamtliche im Einsatz
Der Verein wird fast ausschließlich durch Spenden finanziert – jährlich rund 250.000 Euro werden benötigt. Etwa 100 ehrenamtlich Engagierte unterstützen den Betrieb durch tägliche Fütterungs- und Reinigungsdienste, Fahrten, organisatorische Aufgaben oder die Aufnahme von Katzen in privaten Pflegestellen. Der Vorstand ist ebenfalls ehrenamtlich tätig.
Dank an Unterstützende
Geschäftsführerin Doris Litz betont, dass ohne die vielen aktiven und finanziellen Unterstützer die Arbeit nicht möglich wäre. Die Katzenhilfe Neuwied setzt sich trotz aller Herausforderungen auch künftig für den Schutz von Katzen in der Region ein.
