Lauschiger Wald, stille Täler, beeindruckende Aussichten – und eine Geschichtsstunde im Wald, die nachdenklich macht: Die Eifelspur führt uns gleich zu Beginn an den Relikten des Westwalls entlang. Eine Tour auf den Spuren, die 77 Jahre zurück in die grausame Vergangenheit eines Kriegswinters führen – aber auch zu friedlichen Narzissenwiesen, duftenden Jungfichten und hohen Baumwipfeln.
Am Parkplatz Hollerather Knie (1) beginnen wir die Rundwanderung auf der Eifelspur Westwall. Neben der Portaltafel gibt es auch eine Erläuterungstafel zu den Stellungen am Westwall, die rund um Hollerath von 1936 an angelegt wurden. Tatsächlich mag man angesichts der heute so friedlichen Landschaft kaum glauben, welch erbitterte Schlacht im Zuge der Ardennenoffensive im Winter 1944/45 hier tobte.
Wir erkunden die Tour auf den Spuren eines schrecklichen Krieges im Uhrzeigersinn und verlassen den Parkplatz in westlicher Richtung. Durch eines der typischen Eifelspuren-Fenster erblicken wir bereits die ersten kegelförmigen Sperrblöcke des Westwalls . Bilder werden wach: spielte da nicht gerade eine ZDF-TV-Serie namens Westwall? Begleitet werden wir von Relikten der Panzersperren, die auf dem Wegweiser als „Höckerlinie“ ausgewiesen sind. Die herrliche Natur kann die mahnende Wirkung der Panzersperren-Reste nicht überdecken, und so gerät der Auftakt unserer Wanderung zu einer nachdenklichen Geschichtsstunde.
Nach 1 km passieren wir einen besonders markanten Abschnitt der Sperre (2), die aus mehreren gestaffelten Reihen und einem Graben besteht. Allmählich verschwinden nun auch die Sperrblöcke, und als sich rechts eine erste Wiese öffnet, holt uns die Natur der Eifel auf behutsame Art und Weise in ein glücklicherweise deutlich friedlicheres Heute zurück. Kurz darauf trifft von rechts ein geschotterter Radweg auf unsere Route, und links biegt ein Weg zu den nahen Narzissenwiesen (3) ab, die im kommenden Frühjahr wieder einen erhebenden Anblick bieten.
Wir wandern fast ohne Höhendifferenz geradeaus weiter, atmen den Duft der umgebenden Nadelbäume tief ein und kommen allmählich in der Natur an. Über den Wiesen des Rollesberg-Plateaus kreisen Raubvögel auf der Suche nach Beute, und die gesamte Szene strahlt eine großartige Ruhe und Stille aus. Sanft senkt sich der bequem zu laufende Weg ab und führt uns bald an einer Gruppe junger Fichten vorbei, die einen Hauch von Weihnachtsstimmung verbreiten.
Kurz hinter einem alten Steinbruch, der uns Einblick in den geologischen Untergrund gewährt, erreichen wir nach 5.3 km am Wegweiser Eschsiefen den tiefsten Punkt der Tour. Nun geht es also bergan, wobei sich das zumindest anfangs sehr gemächlich gestaltet. An der folgenden Weggabelung laufen wir halb rechts weiter bergan und erfreuen uns am kurzweiligen Wald. Ab und an erhaschen wir einen Blick auf den im Tal neben uns rieselnden Bach, doch viel ist davon nicht auszumachen.
Schritt für Schritt gewinnen wir an Höhe, umrunden ein weiteres Nebental und stehen schließlich nach 8 km am alternativen Einstiegspunkt, dem Wanderparkplatz Hohes Kreuz (4). Vorbei an der Resten eines Bunkers (5) erreichen wie einen asphaltierten Wirtschaftsweg und wenig später die ersten Häuser des Dorfes. Dort wandern wir durch die Prethtalstraße bergan zur Kirche (6).
Am Rand eines Wäldchens gabelt sich der Weg und über denWiesen öffnet sich eine herrliche Panoramasicht. Nach 12.1 km treffen wir auf einen Asphaltweg. Hier kann man rechts zum Parkplatz Hohes Kreuz wandern (7) oder zurück zum Ausgangspunkt in Hollerath.
Fazit:
Der Weg nutzt immer wieder Naturwege, daher sind feste Wanderschuhe gerade im Winter sinnvoll. Am schönsten erlebt man den Weg, wenn man im Uhrzeigersinn läuft.
