Karneval in Deutschland: Für manche das Highlight des Jahres, für andere nur eine willkommene Auszeit. Warum ich trotz rheinischer Wurzeln nicht dem großen Jeck-Wahn verfalle und wie ich die Tage stattdessen nutze, erzähle ich in meiner neuen Kolumne. So erlebt man Fasching, wenn man kein Karnevalist ist.

Mendig |

Morgen geht’s los: Die Karnevalssaison erreicht ihren Höhepunkt. Ganz Deutschland – oder zumindest der rheinische Teil – stürzt sich in den Ausnahmezustand. Und ich? Ich bin mittendrin und doch irgendwie draußen. Denn obwohl ich im Rheinland geboren bin, hat mich das karnevalistische Gen nie so richtig erwischt.

Klar, als Kind war’s super, sich zu verkleiden und beim Umzug tonnenweise Süßigkeiten abzustauben. Später, in der Jugend, war Karneval eine prima Ausrede, um mit Freunden die Nacht durchzufeiern. Aber dieses Ding mit Funkenmariechen, Büttenreden und Tusch nach jedem Witz? Eher nicht mein Fall.

Mittlerweile genieße ich an Karneval vor allem eines: die freien Tage. Meine Kinder freuen sich, wenn wir kurz beim Umzug vorbeischauen, damit sie ihre Tüten mit Kamelle füllen können. Ich selbst staune über die Kostüme, die mit viel Herzblut gestaltet werden, und bewundere die aufwendigen Prunkwagen. Doch dann zieht es mich schnell wieder in die Ruhe. Während andere bis in den Morgen feiern, nutze ich die Zeit lieber, um ein paar liegengebliebene Dinge zu erledigen – oder einfach mal durchzuatmen.

Und das ist doch das Schöne am Karneval: Jede Jeck is anders. Wer Lust hat, bis zum Anschlag zu feiern, soll’s tun. Wer lieber zuhause die Füße hochlegt, soll’s ebenso tun. In diesem Sinne: Alaaf, Helau oder einfach ein entspanntes Wochenende – ihr habt die Wahl!

Eure Dani