Es gibt Herausforderungen im Leben, die einen auf eine harte Probe stellen. Eine Woche Grippe mit zwei kranken Kindern zum Beispiel. Klingt nach einem netten Familienwochenende? Falsch gedacht! Ich lag wie ein angeschossenes Walross auf dem Sofa, unfähig, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, während meine Jungs mit glühenden Köpfen um Aufmerksamkeit wetteiferten. Krank? Ja. K.o.? Komplett.
Und als ob das nicht genug wäre, kommt mit dem Fieber auch die Drama-Queen in jedem Kind zum Vorschein. "Mamaaa, mein Kopf tut sooo weh!" – "Mamaaa, sein Kopf tut überhaupt nicht so weh wie meiner!" – "Mama, ich kann gar nichts mehr essen! Außer vielleicht das Eis, das im Gefrierschrank ist." Logisch.
Ich wäre aufgeschmissen gewesen, wenn es nicht Menschen gäbe, die mich wortwörtlich am Leben gehalten haben. Mein Papa, der jeden Tag den Hund spazieren führen kam und dafür sorgte, dass ich nicht eines Tages aufwache und mir ein ungeduldiger Vierbeiner in die Nase atmet. Meine Mama, die mir mental beistand und mich daran erinnerte, dass ich nicht sterbe (zumindest nicht an dieser Grippe). Und Freunde, die mir mit Einkaufstüten und selbstgemachter Suppe vor der Tür erschienen, als wären sie Teilnehmer einer "Wer hilft der Mutter am meisten?"-Challenge.
Und der Kindsvater? Ach, der hat mit Abwesenheit geglänzt. Vielleicht hätte ich das Fieber nutzen sollen, um mir eine alternative Realität vorzustellen, in der er plötzlich mit Tee und Taschentüchern vor der Tür steht. Aber nein, wir bleiben realistisch. Ich habe gelernt: Man kann sich über das beschweren, was fehlt, oder man feiert das, was da ist. Und ich entscheide mich für Letzteres.
Denn am Ende des Tages sind es nicht die, die uns im Stich lassen, sondern die, die mit Fieberthermometern und Einkaufstüten bewaffnet vor der Tür stehen, die unser Leben ausmachen. Und wenn meine Kinder sich wieder gesund gestritten haben und ich das erste Mal wieder ohne Schwindel zur Kaffeemaschine wanke, dann weiß ich: Wir haben es überlebt.
Und eins nehme ich mit aus dieser Woche: Nichts macht eine Mama stärker als eine richtig harte Erkältung – und die Freunde, die wissen, wann man mit Schokolade und Suppe auftauchen muss.
In diesem Sinne, bleibt gesund, kocht euch vielleicht schon eine Hühnersuppe für den Härtefall vor und bestückt eure Mediathek - ihr werdet sie brauchen.
Eure Dani
