Knorpelschäden - mehr als nur kleine Schlaglöcher im Gelenk! Das leise Leiden, das viele von uns betrifft. Wir decken für Euch die Auswirkungen auf und verraten, wie Ihr eure Gelenke in Topform halten und bei Bedarf den richtigen Spezialisten finden könnt.

Knorpelschäden sind ein ernstes Problem für unsere Gelenke, das uns alle betrifft. Sie können durch Sportverletzungen, Übergewicht oder auch durch natürlichen Verschleiß im Laufe der Zeit entstehen. Der Knorpel ist eine Art Puffer, der Stöße absorbiert und ein reibungsloses Gleiten der Gelenke erst ermöglicht.

Die Gelenkschmiere sorgt zusätzlich dafür, dass die Reibung innerhalb unserer Gelenke dreimal so gering ist, wie die von polierten Schlittenkufen im Eiskanal. Wird die Gelenkoberfläche geschädigt, kann das zu einer drastischen Verschlechterung der reibungsfreien Gelenkfunktion und erheblichen Schmerzen führen.

Da der Knorpel keine eigene Blutversorgung besitzt, können Knorpelschäden von allein allerding nicht mehr heilen, weshalb aus einem kleinen Schlagloch mit den Jahren größere Schäden und letztlich auch ein vollständiger Abrieb – die sogenannte Arthrose – entstehen. 

Die Auswirkungen von Knorpelschäden können vielfältig sein. In den frühen Stadien bemerken Betroffene vielleicht nur gelegentliche Schmerzen oder Steifheit im Gelenk. Mit der Zeit können sich die Symptome jedoch verschlimmern, und es kommt zu belastungsabhängigen Schmerzen, vor allem beim Sport oder bei größerer Beanspruchung. Teilweise kann es auch zu Blockierungen der Gelenke oder schmerzhafter Ergussbildung kommen.

Nun stellt sich die Frage: Wie können wir Knorpelschäden behandeln und ihre Auswirkungen minimieren? Glücklicherweise stehen uns hier, abhängig von der Art und Größe der Schäden verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

Übergewicht oder starke Beanspruchung belasten unsere Gelenke zusätzlich. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können helfen, Knorpelschäden vorzubeugen. Bei der Wahl der Sportart gilt es möglichst gelenkschonende Aktivitäten auszusuchen und Extrembelastungen zu vermeiden.

Gerade bei Knorpelschäden am Knie- oder Sprunggelenk können auch passende Einlagen helfen die geschädigten Areale zu entlasten und der Schmerzentstehung vorzubeugen. Auch die Übungstherapie hilft in einigen Fällen durch die gezielte Kräftigung von Muskelgruppne und dynamischen Stabilisierung der Gelenke. Selten können auch medizinische Hilfsmittel – sogenannte Orthesen – helfen einen Gelenkanteil zu entlasten und die Entstehung von Schäden deutlich zu verzögern.

Wenn diese herkömmlichen Maßnahmen allein nicht weiterhelfen, kann die Injektion von Hyaluronsäure, einem Bestandteil des Knorpels und der Gelenkschmiere, ähnlich wie bei einem Ölwechsel am Motor das Gelenk schmieren, Reibung verringern und den Knorpel wieder etwas elastischer und widerstandsfähiger machen. In bestimmten Fällen kann auch die Eigenbluttherapie helfen geschädigte Areale wieder auszubessern und vor allem anhaltende Gelenkergüsse zu lindern.

Bei größeren Knorpelschäden, insbesondere in mechanisch stark beanspruchten Gelenkanteilen wie zum Beispiel an der Kniescheibe, helfen oft nur chirurgische Eingriffe, in denen der Knorpelschaden ausgebessert und das geschädigte Gewebe regeneriert wird. Von der Knochenmarkstimulation über spezielle Kollagen-Implantate bis hin zur Knorpelzelltransplantation stehen hier eine Reihe hochspezialisierter Verfahren zu Verfügung.

Egal um welche Art Knorpelschaden es sich handelt: bei Beschwerden solltet Ihr immer zuerst mit einem ausgewiesenen Knorpelspezialisten sprechen, um zusammen die optimale, individuelle Therapie festzulegen. Weitere Infos und Spezialisten in Eurer Nähe findet Ihr unter anderem bei der deutschen Knorpelfachgesellschaft QKG unter https://www.qkg-ev.de/<wbr />spezialisten-karte/