Kennst Du folgende Situation: Du wachst mitten in der Nacht auf, weil deine Hände taub und kribbelig sind. Mit Bewegen und Schütteln der Hände verschwindet das Kribbeln meist nach kurzer Zeit wieder?
Das kann ein Zeichen für das Karpaltunnelsyndrom sein – eine weitverbreitete Erkrankung, bei der der mittlere Nerv im Handgelenk, der sogenannte Medianusnerv, durch den Karpaltunnel eingeengt wird. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungen dieses Syndroms.
Ursachen und Symptome
Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Druckzunahme im Karpaltunnel, einem engen Kanal im Handgelenk. Eine eindeutige Ursache für diese Druckzunahme gibt es in den meisten Fällen nicht. Dieser Druck kann die Funktion des Medianusnervs beeinträchtigen, was zu Taubheit, Kribbeln, Schmerzen und Schwäche in der Hand führt. Typischerweise treten diese Beschwerden nachts auf, da wir im Schlaf oft unsere Handgelenke beugen, was den Druck auf den Nerv verstärkt. Aber auch tagsüber können die Symptome auftreten, vor allem wenn du wiederholte Bewegungen machst, die das Handgelenk beanspruchen.
Konservative Behandlungsansätze
Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, das Karpaltunnelsyndrom konservativ zu behandeln. Wichtigste Maßnahme sind gezielte Dehnübungen um das Bindegewebe im Bereich des Karpaltunnels elastischer zu machen und gezielte Kräftigungsübungen, um den Stoffwechsel des Nervens zu steigern. Das Tragen einer Schiene in der Nacht kann die Symptome lindern, indem sie das Handgelenk in einer neutralen Position hält. Bei relativ frischer, aber dafür starker Symptomatik, kann in einigen Fällen auch eine Spritze mit entzündungshemmenden Medikamenten eingesetzt werden.
Operative Maßnahmen
Wenn konservative Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen oder die Symptome fortschreiten, könnte eine Operation eine geeignete Option sein. Hierbei handelt es sich um einen kleinen, ambulanten Eingriff, bei dem der Druck auf den Medianusnerv reduziert wird. Während des Eingriffs, welcher meist in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann, wird der Karpaltunnel erweitert, um dem Nerv mehr Platz zu geben und die Symptome zu lindern.
Nachsorge und Erholung
Die Erholungszeit nach der Operation ist in der Regel relativ kurz. Für die ersten zwei Wochen muss die Wunde trocken und sauber gehalten werden. Ebenso sollten Belastungen vermieden werden, die das Handgelenk stark beanspruchen. In den meisten Fällen erleben Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome und können bald wieder ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Wenn deine Hände nachts einschlafen und du unter Taubheit, Kribbeln oder Schmerzen leidest, könnte das Karpaltunnelsyndrom die Ursache sein. Konservative Maßnahmen können in vielen Fällen helfen, aber wenn die Symptome anhalten, ist eine kleine ambulante Operation eine effektive Lösung. Stellt euch gerne in unserer Sprechstunde vor, um die beste Behandlungsoption zu finden und bald wieder beschwerdefrei durchzuschlafen.
