Der Obergermanisch-Raetische Limes ist seit 20 Jahren UNESCO-Welterbe. Anlässlich dieses Jubiläums eröffnet am Freitag in Koblenz eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte und Bedeutung dieser antiken Grenzanlage befasst.
Der Limes, der sich über 550 Kilometer erstreckt, war mehr als nur eine militärische Grenze. "Der Limes war eine Markierungslinie", erklärt Jennifer Schamper, Limeskoordinatorin von Rheinland-Pfalz. Er diente auch als Zoll- und Handelsgrenze und ermöglichte kulturellen Austausch.
Von Rheinbrohl bis zur Donau
Der Obergermanisch-Raetische Limes begann in Rheinbrohl nahe Bad Hönningen und verlief durch die heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern bis zum Kastell Eining an der Donau. Er durchquerte dabei über 150 Kommunen und 20 Landkreise.
Errichtet wurde der Limes Ende des ersten Jahrhunderts und bestand bis etwa 250 oder 260 nach Christus. In dieser Zeit durchlief er vier große Bauphasen, in denen er sukzessive ausgebaut wurde.
Sichtbare Spuren der Vergangenheit
Auch heute sind noch an vielen Stellen Überreste des Limes zu sehen. In Hessen und Rheinland-Pfalz hat sich ein großes Wall-Graben-System in den Wäldern erhalten. Es gibt thematische Limes-Rundwanderwege und Nachbauten von Wachtürmen.
Besonders interessant für Besucher sind Orte wie die Saalburg, ein nachgebautes römisches Militärlager in Hessen, oder das Kleinkastell in Pohl im Rhein-Lahn-Kreis. In Rheinbrohl können Interessierte die "RömerWelt" mit einem Erlebnismuseum und einem Limesinformationszentrum besuchen.
