Aktuelle Peilungen der Wassertiefe haben gezeigt, dass sich im Bereich der drei potenziellen Anlegestellen Untiefen gebildet haben. Diese können die Anfahrt insbesondere bei Niedrigwasser erheblich erschweren.
Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen führen die stark schwankenden Wasserstände des Rheins immer wieder zu Versandungen. Zum anderen hat in diesem Abschnitt seit vielen Jahren kein regelmäßiger Schiffsverkehr mehr stattgefunden. Wo Schiffe ausbleiben, fehlt die ständige Verwirbelung des Flussbetts – Sedimente setzen sich ab, der Untergrund verhärtet, und die Fahrrinne wird flacher.
Damit die geplanten Anlegestellen langfristig und bei unterschiedlichen Wasserständen verlässlich genutzt werden können, ist eine gezielte Anpassung des Flussbetts unverzichtbar.
Stadt und Reederei ziehen an einem Strang
Um Passagier- und Hotelschiffe künftig sicher nach Neuwied zu holen, ist eine Ausbaggerung im Bereich der Anlegestellen vorgesehen. Die Stadt Neuwied und die Scylla AG gehen diesen Schritt gemeinsam; die Reederei beteiligt sich an den Kosten. Die Durchführung der Arbeiten übernehmen regionale Fachunternehmen.
Parallel dazu laufen die erforderlichen Genehmigungsverfahren beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sowie bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord.
Die Stadt hat die Anlegestelle verpachtet und ist vertraglich für die Landseite zuständig. Umso bedeutender ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Scylla, die den Anleger errichtet und sich zusätzlich an den Maßnahmen im Wasser beteiligt.
„Wir erleben eine sehr konstruktive Kooperation. Beide Seiten wollen, dass der Anleger zuverlässig funktioniert und Neuwied langfristig stärkt“, sagt Tourismusexpertin Lena Höver. „Ohne einen starken Partner wären solche Maßnahmen deutlich schwieriger umzusetzen.“
Nächste Schritte: Beprobung, Ausbaggerung, Inbetriebnahme
Bevor die Bagger anrücken, steht zunächst die Beprobung des Rheinbodens an. Dabei wird die Beschaffenheit und Materialzusammensetzung des Untergrunds untersucht. Diese Analysen sind Voraussetzung für die konkrete Planung und Umsetzung der Ausbaggerungsarbeiten, die zu Beginn des Jahres 2026 stattfinden sollen.
Im Anschluss wird der bereits fertiggestellte Anleger installiert und für den Betrieb vorbereitet. Ziel ist es, die neue Anlegestelle rechtzeitig zur Saison 2026 in Betrieb zu nehmen – ein weiterer wichtiger Baustein, um Neuwied als attraktives Ziel für den Flusskreuzfahrt- und Ausflugsschiffverkehr zu etablieren.
