Im Zoo Neuwied ist eine besondere Form der Nachwuchsaufzucht gelungen. Da die Paradieskraniche in der Vergangenheit Schwierigkeiten beim Ausbrüten ihrer Eier hatten, griffen die Tierpfleger zu einer ungewöhnlichen Methode. Sie ließen ein Saruskranichweibchen das Ei eines Paradieskranichs ausbrüten. Die erfolgreiche Nachzucht ist besonders erfreulich, da Paradieskraniche laut der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet gelten.
Gipsei als Vorbereitung für die ungewöhnliche Brut
Um das wertvolle Ei nicht zu gefährden, testeten die Tierpfleger zunächst mit einem Gipsei, ob das Saruskranichweibchen den fremden Nachwuchs akzeptieren würde. Das künstliche Ei entsprach in Größe und Farbe dem Ei des Paradieskranichs. Der Versuch gelang: Das Weibchen setzte sich auf das Gipsei und begann zu brüten. Daraufhin tauschten die Pfleger das Gipsei noch am selben Tag gegen das echte Ei aus. Kurz darauf schlüpfte das Küken.
Gleich zwei Paradieskranich-Küken geschlüpft
Das junge Paradieskranich-Küken wird seitdem von seinen Saruskranich-Pflegeeltern fürsorglich betreut. Gleichzeitig gab es weiteren Nachwuchs bei den Paradieskranichen selbst. Das Weibchen legte ein weiteres Ei, das diesmal erfolgreich ausgebrütet wurde.
Für den Zoo Neuwied ist der doppelte Nachwuchs ein wichtiger Erfolg bei der Erhaltungszucht der gefährdeten Vogelart. Besucher können die beiden jungen Paradieskraniche nun im Zoo entdecken.
