Im Neuwieder Jugendzentrum Big House diskutierten rund 30 engagierte Jugendliche mit Familienministerin Katharina Binz darüber, wie Beteiligung vor Ort besser gelingen kann – von Mitbestimmung in der Kommune bis zur Unterstützung in Krisen. Pizza gab’s auch, klare Forderungen sowieso.

Neuwied |

Raum für starke Stimmen

Unter dem Motto „Jugend, Politik und Pizza“ tourt das Familienministerium derzeit durch Rheinland-Pfalz. Die zweite Station: Neuwied. Im Big House wurde in lockerer Atmosphäre ernsthaft diskutiert – niedrigschwellig, direkt und auf Augenhöhe.

Themen, die bewegen

In Kleingruppen sammelten die Jugendlichen Vorschläge zu drei Schwerpunkten:

  • Mitbestimmung in der Kommune: Wie kommen Anliegen schneller in Rat und Verwaltung?

  • Beteiligung in der Freizeit: Mehr Räume, mehr Budget, weniger Hürden für eigene Projekte.

  • Teilhabe an Politik & Demokratie: Politik verständlich machen, Zugänge vereinfachen, Feedback ernst nehmen.

Besonders dringlich war der Ruf nach mehr Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen, etwa bei psychischen Belastungen. Gewünscht wurden niedrigschwellige Beratungsangebote, kurze Wege und vertrauliche Anlaufstellen an Schulen und Jugendtreffs.

Direkter Draht zur Politik

Ideen, Wünsche und Kritik gingen nicht auf Zetteln verloren, sondern direkt an die Ministerin. Das Format lebt vom Austausch ohne lange Wege – Entscheidungen sollen dort vorbereitet werden, wo die Auswirkungen spürbar sind: vor Ort.

„Neuwied hat starke Stimmen“

Auch Bürgermeister Peter Jung zeigte sich beeindruckt:

„Es ist eine besondere Anerkennung für uns als Kinderfreundliche Kommune, dass Neuwied zu den drei Städten in Rheinland-Pfalz gehört, in denen Ministerin Katharina Binz den direkten Austausch mit Jugendlichen sucht. Noch mehr freut mich, wie klug und engagiert die jungen Menschen ihre Anliegen hier formuliert haben – Neuwied hat starke Stimmen, die gehört werden müssen.“

Hintergrund: Was der Jugendbericht zeigt

Die Konferenz knüpft an den 4. Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz an. Ein zentrales Ergebnis: Viele junge Menschen fühlen sich in politischen und kommunalen Fragen nicht ausreichend gehört. Mit Formaten wie „Jugend, Politik und Pizza“ holt das Ministerium Perspektiven direkt aus den Städten ab – statt nur über Jugendliche zu sprechen.

Ausblick

Die Tour umfasst drei Jugendkonferenzen im Land. Die Ergebnisse sollen in zukünftige Maßnahmen zur kommunalen Jugendbeteiligung, zur Stärkung offener Jugendarbeit und zur besseren psychosozialen Unterstützung einfließen.