Ende Mai wurden im Zoo Neuwied vier Europäische Nerze geboren. Es ist der erste Zuchterfolg dieser bedrohten Art in der Einrichtung.

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Freudige Überraschung im Zoo Neuwied: In der ehemaligen Waschbäranlage sind Ende Mai vier Europäische Nerze zur Welt gekommen. Es handelt sich um den ersten Zuchterfolg dieser streng geschützten Tierart in der Einrichtung.

Wie der Zoo mitteilt, war der Weg dorthin nicht ohne Rückschläge. "Die Fähe, die wir im Frühjahr 2024 erhalten haben, als wir in das Zuchtprogramm für Nerze eingestiegen sind, war leider doch nicht tragend", berichtet Petra Becker, Revierleiterin des Raubtierreviers. Erst mit einem neuen Weibchen klappte es in diesem Jahr.

Zwei Weibchen und zwei Männchen

Die vier Jungtiere - zwei Weibchen und zwei Männchen - haben sich zunächst in der Wurfhöhle versteckt gehalten. Inzwischen wagen sie sich laut Zoo immer öfter auf eigene Faust aus der Deckung. "Sie sind jetzt dabei, die Anlage zu erkunden und fangen an, feste Nahrung zu sich zu nehmen – natürlich unter den wachsamen Augen ihrer Mutter", so Becker.

Die Nachzucht ist Teil eines Rotationssystems, das der Zoo Neuwied gemeinsam mit dem Verein EuroNerz e.V. umsetzt. Ziel ist es, die in Deutschland bereits vor rund 100 Jahren ausgestorbene Art wieder in geeigneten Lebensräumen anzusiedeln.

Wenn die Jungtiere von der Mutter entwöhnt sind, gehen sie zurück zu EuroNerz. Dort wird entschieden, ob die Tiere in anderen Zoos weiter zur Zucht beitragen oder im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes ausgewildert werden.

Chance auf Beobachtung

Für Zoobesucher bietet sich mit etwas Glück die Chance, die scheuen Tiere zu beobachten. "Wenn man genau hinsieht und geduldig ist, kann man die Jungtiere bei ihren Streifzügen beobachten", verrät Becker.

Während sich die kleinen Nerze im Dickicht ihrer Anlage tummeln, laufen im Hintergrund schon die Vorbereitungen für die nächste Saison. Die Chancen stehen gut, dass auch 2026 wieder kleine Schnauzen neugierig aus der Wurfhöhle schauen werden.