Wie schon im Finale gegen Karbach, werden die grün gekleideten Engerser auch in der 1. DFB-Pokalrunde wohl auf einen Gegner im blauen Trikot treffen. Diesmal aber wird es der VFL Bochum in dessen Stadion sein. (Foto: P. Seydel)

FV Engers 07 tauscht Heimreicht im DFB-Pokal mit dem VfL Bochum

Der Sieger des Rheinland-Pokals 2019/20, FV Engers 07 tauscht sein Heimrecht für die 1. DFB-Pokalhauptrunde mit dem VfL Bochum 1848. Der Tausch des Heimrechts ist vom Ausrichter FV Engers 07 mit dem DFB abgesprochen und erfolgt aufgrund der aktuellen Corona-Pandemielage, die u.a. keine Zuschauer bei den Heimspielen zulässt sowie ein umfassendes Hygienekonzept verlangt.

Einvernehmlich besprochene Verlegung hilft den Amateuren

„In den Statuten des DFB ist ein Tausch des Heimrechts eigentlich nicht vorgesehen“, erläutert Knut Keymer, Direktor Organisation beim VfL Bochum 1848, die Ausgangslage. „Da aber die Finalteilnehmer des Rheinlandpokals hauptsächlich auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen sind, traten beide Finalisten schon vor dem Endspiel an uns heran und fragten, ob sich der VfL einen Tausch des Heimrechts vorstellen könne. Zumal sich die Situation dadurch verkompliziert, dass beide Stadien der Finalisten als nicht-tauglich für die Durchführung eines Spiels in der 1. Hauptrunde eingestuft wurden und sowohl Karbach als auch Engers als Ausweichstadion das Stadion Oberwerth in Koblenz angegeben haben. Doch auch dort ist das Spiel nur ohne bzw. mit Teilzulassung für Zuschauer durchführbar, eine mögliche Zusatzeinnahme für die Amateurclubs, die dennoch als Ausrichter den Kostenapparat des Hygienekonzepts – das zudem noch von der Stadt Koblenz hätte genehmigt werden müssen – zu tragen hätten, entfällt somit.“

„Für uns als Amateurverein ist es unter den momentanen Bedingungen der Corona-Pandemie, vor allem aber in einem Zeitfenster von 3 Wochen ab unserem erfolgreich bestrittenen Pokalfinale am vergangenen Samstag, weder organisatorisch noch unter wirtschaftlichen Aspekten leistbar ein „Heimspiel“ in Koblenz durchzuführen. Mit 350 Zuschauern und einem Kostenapparat von mehreren zehntausend Euro wäre aus dem größten sportlichen Erfolg unserer Vereinsgeschichte ein nicht kalkulierbares Risiko für unseren Verein entstanden,“ macht Martin Hahn, Vorsitzender des Rheinland-Pokal-Siegers FV Engers 07 die Motivation des Amateurklubs deutlich, bereits frühzeitig Lösungen mit dem VFL Bochum und dem DFB zu initiieren. „Die Verantwortlichen des VFL Bochum haben sich vorbildlich uns Amateuren gegenüber verhalten und wir konnten bereits vor dem Finale eine für beide Seiten vernünftige und realisierbare Lösung vereinbaren.“

DFB zeigt sich in finanziellen Fragen unflexibel

Hahn vermisst genau dieses vorbildliche Verhalten auf Seiten der DFB-Verantwortlichen, die bereits finanzielle Kürzungen der Sponsoren- u. Fernsehgelder aus der 1. Runde ankündigen (von denen ohnehin nur 75 % bei den Amateur-Vereinen ankommen; 25% erhalten in aller Regel die Landesverbände). „Gerade unter diesem Gesichtspunkt danken wir den Verantwortlichen des VFL für ihre Unterstützung und freuen uns auf unser „Heimspiel“ in Bochum.  Und warum sollen wir nicht auch auf Bochum für eine Sensation sorgen? Wir werden jedenfalls keine Kaffeefahrt in den Ruhrpott machen.“ 

Bewährtes Hygienekonzept für Bochumer Stadion vorhanden

Im Vonovia Ruhrstadion in Bochum hat sich das von DFL und DFB entworfene Hygienekonzept im Sonderspielbetrieb 2019/20 hingegen bewährt. Da der „Heimvorteil“ für den unterklassigen Club, der sowieso in ein anderes Stadion hätte ausweichen müssen, hinfällig wurde, haben sich die Verantwortlichen aus Karbach und Engers schon vor der Austragung des Finales darauf verständigt, den DFB zu bitten, die Erstrundenpartie in Bochum austragen zu dürfen. Der DFB hat für diesen Vorschlag grünes Licht gegeben.

VfL-Geschäftsführer/Sport, Sebastian Schindzielorz, gratuliert dem kommenden Gegner: „Glückwunsch an den FV Engers 07 zum Gewinn des Rheinlandpokals. Wir sind der Bitte unseres Erstrundengegners im DFB-Pokal gerne nachgekommen, an einer Lösung für die Problematik hinsichtlich der Spielstätte mitzuarbeiten. Engers hat beim DFB die Spielortverlegung nach Bochum beantragt, der DFB hat dem stattgegeben. Wir freuen uns auf unser »Auswärtsspiel zuhause« und werden Engers bestmöglich unterstützen, indem wir die Ausrichtung übernehmen.“

(Quelle: Pressemeldung des Fußballverbandes Rheinland - FVR)

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